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Neues vom kleinen Nick

Autor/in:
René Goscinny (Text) | Jean-Jacques Sempé (Illustration) 
Übersetzung:
Aus dem Französischen von Hans Georg Lenzen 
Verlag:
Diogenes 
Publiziert:
2005 
ISBN:
3-257-01120-2- 
Seiten:
640 S. 
Schlagwörter:
Abenteuer | Jungenfreundschaft | Jungen, pfiffige | Klassiker 

Rezension

Er ist klein und pfiffig, hat einen Kumpel, der gern und viel isst, und gemeinsam sind sie oft in Raufereien verwickelt. Wer jetzt an Asterix und Obelix denkt, liegt gar nicht so falsch, zumindest, was den Schöpfer der zwei Freunde betrifft. René Goscinny hat aber, zusammen mit dem Zeichner Jean-Jacques Sempé, noch eine andere Kultfigur geschaffen: “Le petit Nicolas”, dessen Erfolgsgeschichte vor fast einem halben Jahrhundert begann. Kürzlich entdeckte die Tochter des Autors in seinem Nachlass – ziemlich medienwirksam – achtzig bisher verschollen geglaubte Erzählungen, die jetzt in einem umfangreichen Band auf Deutsch vorliegen.
Nun ist der kleine Nick also zurück. Und mit ihm seine Bande: Nicks allerbester Freund Otto, der dauernd irgendetwas futtert, Franz, der gerne dreinschlägt, Adalbert, der Klassenbeste, dem man keins auf die Nase geben darf, weil er eine Brille trägt, und Georg, der immer Chef sein will. Geschildert wird auch Nicks trautes Familienleben, in dem die Rollen klar verteilt sind. Trotz Klischees sind die zeitlosen Geschichten ein Genuss. Die Erwachsenen lassen sich wunderbar manipulieren und ziehen nicht selten den Kürzeren. Die kleinen, alltäglichen Abenteuer werden aus der Sicht von Nick erzählt: mit seinem naiven Kinderblick entlarvt er die Widersprüche der Erwachsenen. Das Zusammenprallen der beiden Welten macht den Witz der Episoden aus. Dies ist auch der Grund, weshalb sie von Kindern ebenso geliebt werden wie von Erwachsenen. Wenn auch nicht immer an den gleichen Stellen. Das ist eben eine Frage der Perspektive.
Wer die Texte im Original kennt, wird sich aber mit der Übersetzung schwer tun. Der Charme der ganz eigenwilligen Syntax, die Goscinny für Nicolas und dessen Freunde erfunden hat, lässt sich kaum adäquat in andere Sprachen übertragen.
Katrin Ruchti-Fehr

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