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Die Nacht, in der meine Schwester den Weihnachtsmann entführte

Autor/in:
Ole Könnecke (Illustration) | Zoran Drvenkar (Text) 
Übersetzung:
 
Verlag:
Carlsen 
Publiziert:
2005 
ISBN:
3-551-55419-6 
Seiten:
264 S. 
Schlagwörter:
Geschwister | Trennungen und Neubeginn | Weihnachten 

Rezension

Weihnachten mit acht, neun, zehn … fünfzehn Jahren. Wie war das, Heiligabend? Wie habe ich mich gefühlt? Was hat mich beschäftigt, geärgert, bedrückt, traurig gemacht? Vielen fällt dazu bestimmt so manches ein. Aber genug, um acht spannende, atmosphärisch dichte Geschichten zu füllen? Zoran Drvenkar ist es gelungen. Scheinbar mühelos schlüpft der 1967 in Kroatien geborene Autor in sein acht Jahre altes Ich zurück, jenen Zoran, der am Weihnachtstag 1975 nicht nur beschlossen hat, ein Buch zu schreiben, “in dem nur Weihnachten vorkommt. Auf jeder Seite”, sondern auch von zu Hause wegzulaufen, weil nichts mehr so ist, wie noch vor einem Jahr, als der Vater noch bei ihnen lebte und nicht bei der anderen Frau, in die er sich im Sommer verliebt hat. Voller Wärme und Humor erzählt er von jenem Weihnachtsfest, an dem er die ersten grauen Haare an den Schläfen bekam. Und jenem, an dem die kleine Schwester kein Wort mehr mit ihm sprach, weil er “sechs von ihren zehn Hanutas geklaut” hatte – und er zum ersten Mal verliebt war.
Acht Weihnachtsgeschichten (genau genommen sind es sogar zehn), und in jeder begegnet uns ein anderer Zoran. Vertraut, wie die Rühreier mit Paprikaschnipsel, die die Mutter am Morgen brät, das Warten auf Schnee und den Weihnachtsbaum, der seinen Platz bei den Drvenkars selten vor ein Uhr nachts findet – aber auch ein Jahr älter und irgendwie anders. Ein ganz besonderes Weihnachtsbuch, in dem viel Persönliches steckt. Schöne, traurige und nachdenkliche Momente aus Zoran Drvenkars Kindheit und Jugend. Und Weihnachten. Auf jeder Seite.
Andrea Duphorn

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