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Oh, wie schön ist Panama

Autor/in:
Janosch 
Übersetzung:
Bildschirmbuch 
Verlag:
Tivola 
Publiziert:
2005 
ISBN:
3-89887-093-6 
Seiten:
 
Schlagwörter:
Abenteuer | Freundschaft | Reisen 

Rezension

Seit der kleine Bär und der kleine Tiger der berühmten Bilderbuchgeschichte aus dem Jahr 1978 entstiegen sind, um LeserInnen zu finden, haben ihnen viele Medien ein neues Zuhause geboten. In der “Sendung mit der Maus” des WDR erlebte “Oh, wie schön ist Panama” von Janosch bereits ein Jahr darauf die Fernsehpremiere als Trickfilm. Die Geschichte bildete den Auftakt zur 24-teiligen Reihe “Janoschs Traumstunde” (1986–1989) und wurde auf Video vermarktet. Selbstverständlich existieren diverse Hörfassungen, von der szenischen Lesung bis zur musikalischen Erzählung, und im Herbst 2006 soll ein siebzigminütiger Trickfilm in unsere Kinos kommen.
Der Reiz des Klassikers scheint ungebrochen. “Panama”, das wohl klingende und nach Bananen duftende Land der Träume liegt zwar gleich vor der Haustüre der beiden Helden, aber man muss schon gereist sein und den Horizont durch Begegnungen erweitert haben, um Vertrautes neu sehen zu können. Die ironische Geschichte wird gleichsam zur Parabel für das Lesen und die verwandelnde Kraft der Imagination.
Zusammen mit “Komm, wir finden einen Schatz” und “Riesenparty für den Tiger” hat der Tivola-Verlag den Longseller nun auf einer DVD herausgebracht und möchte mit diesem und weiteren Titeln ein “neues Genre in der Kinderunterhaltung” propagieren: das “Schirmbuch”. Abgesehen von der medialen Aufbereitung hält sich das Innovationspotenzial des neuen Formats jedoch in Grenzen. Ein bisschen erinnert die Umsetzung ans Bilderbuchkino – nur dass es sich hier um Heimkino handelt.
Die Bildschirmbücher versammeln jeweils drei oder mehr Episoden auf einer DVD und präsentieren die Geschichten auf abgefilmten Bildtafeln, teilweise unterstützt durch musikalische Untermalung. Das Erzählen wird durchwegs von professionellen SprecherInnen besorgt. Die pädagogische Absicht, Geschichten – im Kontrast zum zappligen Fernsehprogramm – in ruhiger Form und ohne rasante Bildwechsel zu präsentieren, ist sicherlich zu begrüssen. Es mag als Ergänzung zum eigenen Vorlesen dienen (wenn auch mit weniger Interaktivität) oder als Möglichkeit, an das Bilderbuch wie an andere Bildschirmmedien heranzuführen. Herausragende Vorteile gegenüber der auch nicht gerade hektisch anmutenden Trickfilmversion oder einer interaktiven Spielgeschichte bietet so eine DVD jedoch kaum.
Bei der Multimedia-Adaption, die 2003 bei Terzio erschienen ist, können die jungen SpielerInnen die Janosch-Geschichte ebenfalls in gemächlichem Tempo erleben. Der eingeblendete Text wird jeweils vorgesprochen und kann beliebig wiederholt werden. Darüber hinaus bietet die CD-ROM alternative Lesespuren. So kann das animierte Reiseabenteuer mit verschiedenen Spielaufgaben auf eigene Faust bestanden werden und liefert mit ausdruckbaren Bastelvorlagen Material und Anregungen für Anschlussaktivitäten.
Die ersten Bücher für den Bildschirm lassen auch in Sachen Mehrsprachigkeit noch Wünsche offen. Die meisten Spielfilm-DVDs bieten heute alternative Tonspuren mit weiteren Sprachversionen an. Da es das bekannte Janosch-Bilderbuch bereits in Englisch oder Türkisch gibt und Bibliotheken zunehmend angehalten werden, in ihren Beständen Titel verschiedener Herkunftssprachen zu berücksichtigen, hätten zusätzliche Lesungen die Attraktivität der DVD bestimmt erhöht.
Daniel Ammann

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