Home Schweizerisches Institut für Kinder- und Jugendmedien Logo SIKJM Schweizerisches Institut für Kinder und Jugendmedien

Wickie und die starken Männer: Die Mutprobe

Autor/in:
 
Übersetzung:
Win (95, 98, ME, 2000, NT, XP)/Mac (ab 8.1) 
Verlag:
Tivola 
Publiziert:
2001 
ISBN:
3-934789-71-4 
Seiten:
CD-ROM 
Schlagwörter:
Spielgeschichte 

Rezension

In der ersten Computer-Folge mit dem Titel «Die Mutprobe» muss sich Wickie dreimal bewähren, damit er mit den Wikingern auf grosse Fahrt gehen darf. Die kleinen Spielerinnen und Spieler sollen ihm bei seinen Prüfungen helfen und dabei ihr Können in vier Konstruktionsaufgaben und drei (eher bescheidenen) Geschicklichkeitsspielen unter Beweis stellen. Das Motto lautet natürlich auch diesmal: «Klugheit geht vor Muskelkraft». Wenn es gilt, mehr Fische zu fangen als der beste Angler, den schnellsten Schwimmer im Wettkampf zu besiegen oder mehr Steine zu schleppen als der starke Halvar, muss sich Wickie jedesmal etwas Besonderes einfallen lassen. So konstruiert er mit Hilfe des Spielers eine raffinierte Fisch-Auffang-Maschine, bastelt einen Flugdrachen oder legt eine Wasserleitung. Um gar seinen Vater im Steinetragen zu übertreffen, baut Wickie eine riesige Steinschleuder, die es ihm erlaubt, die schweren Brocken rasch und ohne Anstrengung von einem Ort zum anderen zu transportieren (vgl hierzu auch die erste Folge der TV-Zeichentrickserie). Das väterliche Lob hält sich angesichts dieser Konstruktion allerdings in Grenzen: «Was hast du denn da wieder für einen Unsinn gebaut!» Dass es in Wirklichkeit trotzdem einiges an Muskelkraft bräuchte, um die Birkenstämme umzubiegen und am Boden festzuzurren, tut der Genialität des fixen kleinen Kerls hier keinen Abbruch. Immerhin bewegen wir uns in einer fiktionalen Wikingerwelt und geniessen auch im digitalen Erzählmedium alle poetischen Freiheiten. Für einen realistischen Einblick in die faszinierende Welt der Wikinger sei deshalb eher auf einen fachkundigen Museumsbesuch oder das Kindersachbuch «Die Leute von Birka: So lebten die Wikinger» (Oetinger, 2002; ab 10 Jahren) verwiesen. Mats Wahl und der Pettersson-und-Findus-Zeichner Sven Nordqvist entwerfen darin ein detailgenaues Bild der Kultur der Wikinger. Ergänzt wird die Geschichte durch Erläuterungen von Björn Ambrosiani, dem Leiter der Ausgrabungen in Birka.
Die Wickie-CD-ROM richtet sich an Kinder ab vier Jahren. Lesefertigkeiten sind dabei noch keine gefragt, da durchwegs mit Bildsymbolen und Audiokommentaren gearbeitet wird. Die Spiele (in jeweils 3 Schwierigkeitsstufen) werden von Wickie genau erklärt und bei den Knobelaufgaben bekommt man hin und wieder einen Tipp. Das Spiel kann man nach einem Unterbruch zwar an der gleichen Stelle fortsetzen und dank eines Übersichtsbuttons auch jederzeit zu bereits besuchten Schauplätzen zurückkehren, aber diese Funktionen sowie ein direkter Zugriff auf die einzelnen Spiele ist nach Beendigung des Abenteuers nicht mehr möglich. Da alles in eine Geschichte mit Anfang und Ziel eingebettet ist, findet man dafür die unterschiedlichen Örtlichkeiten und Figuren je nach Spielstand nicht immer genau gleich vor – was für ein wenig Abwechslung in den Dialogen sorgt und den Reiz des narrativen Geschehens (abgesehen von ein paar Unstimmigkeiten) durchaus erhöht. Insgesamt ist «Wickie und die starken Männer» für die kleinen Computerfreunde sicher ein kurzweiliges, wenn auch einigermassen kurzes Spielabenteuer.
(Siehe auch: «Klugheit geht vor Muskelkraft.» In: Ammann, Daniel; Hermann, Thomas. Klicken, lesen und spielend lernen: Interaktive Spielgeschichten für Kinder. Zürich: Verlag Pestalozzianum, 2004. S. 94–101.)
Daniel Ammann

2512 Einträge << 1 - 10

Sortiert nach: