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Carolina, die Kometenjägerin ... und die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Autor/in:
Martin Baltscheit 
Übersetzung:
Win (95, 98, ME, XP)/Mac (ab 8.1) 
Verlag:
Terzio 
Publiziert:
2001 
ISBN:
3-932992-78-4 
Seiten:
CD-ROM 
Schlagwörter:
Abenteuer | Mädchen, wissensdurstige | Rätsel | Spielgeschichte 

Rezension

Die etwas vorlaute Carolina hat einen demütigenden Schultag hinter sich. Als zu Hause jedoch niemand für ihren Kummer Verständnis zeigt, verkriecht sie sich in den Keller und stösst dort auf eine Rakete aus Grossvaters Zeiten. Statt ins Weltall wird das wagemutige Mädchen aber unvermittelt ins Erdinnere katapultiert. Auf ihrer Reise gelangt die nach der historischen Kometenjägerin Caroline Herschel benannte Hauptfigur nach und nach auf die acht «inneren Planeten» und lernt deren seltsame Bewohner kennen. Überall erwarten sie dabei Gefahren, Rätsel und Prüfungen. Auf dem gelben Postplaneten sollen zum Beispiel Briefe sortiert und treffsicher gestempelt werden. Auf dem Flug zum roten Planeten muss ein Kanonenhagel abgewehrt und der kriegerische General in seinem unterirdischen Versteck aufgespürt und besänftigt werden. Der grüne Planet ist aus dem biologischen Gleichgewicht und ohne Carolinas Hilfe drohen seine Fischteiche zu kippen. Mit tatkräftiger Unterstützung der Spielerinnen und Spieler dringt die schlagfertige Heldin am Ende natürlich doch noch bis zum Mittelpunkt der Erde vor – denn wer ihn gefunden hat, bekommt alle Fragen beantwortet. Comic-Zeichner Martin Baltscheit hat sich für das packende Abenteuerspiel einiges einfallen lassen. Die Geschichte ist originell bebildert und wunderbar orchestriert, zeugt von viel Sprachwitz und geht trotz Carolinas frechem Mundwerk ans Herz. 8–12 Jahre.
(Siehe auch: «Starke Heldin mit sympathischen Schwächen.» In: Ammann, Daniel; Hermann, Thomas. Klicken, lesen und spielend lernen: Interaktive Spielgeschichten für Kinder. Zürich: Verlag Pestalozzianum, 2004. S. 175–181.)
Daniel Ammann

Rezension 2

Mädchen brauchen keine andere Software als Jungs. Allerdings haben sie genauso das Recht auf eine weibliche Identifikationsfigur wie Jungs auf eine männliche. Ihre Interessen werden ihnen jedoch derzeit von CD-Rom-Herstellern vorgeschrieben: Neben Pferden sind Anziehen, Umziehen und Erziehen die Hauptthemen.
Carolina dagegen, entstanden aus der Zeichenfeder von Martin Baltscheit, ist aktiv, lebenslustig und eigensinnig. Eine etwas andere CD-Rom für alle jene Mädchen, die eben auch mal gerne ein Abenteuer erleben. Carolina hat feuerrote Haare, Stress in der Schule und eine Rakete im Keller. Mit der macht sie sich auf und davon. Sie will zum Mars. Statt bei den Sternen landet sie im Innern der Erde. Die ist hohl und beherbergt allerhand Planeten. Auf jedem beweist Carolina nun, was alles in ihr steckt: sie findet Antworten auf seltsame Fragen, sammelt Herzmonde und hat es mit skurrilen Gestalten zu tun. Sie löst Rätsel, findet Gesuchtes, hilft, schimpft, beweist Mut und Logik. Carolina, die Eigenwillige, jongliert so selbstverständlich wie Pippi Langstrumpf mit Normen und Vorgaben von weiblichem und männlichem Verhalten.
Sylvia Näger

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