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Thuras Tagebuch: Eine Neunzehnjährige erlebt den Krieg in Irak

Autor/in:
Thura Al-Windawi 
Übersetzung:
Aus dem Englischen von Karen Nölle-Fischer. 
Verlag:
Oetinger 
Publiziert:
2004 
ISBN:
3-7891-5120-3 
Seiten:
158 S. 
Schlagwörter:
Erwachsenwerden | Krieg | Irak 

Rezension

“Thuras Tagebuch” schildert aus der Optik einer neunzehnjährigen Frau den Ausbruch des Krieges im Irak und die Bewältigung des Alltags unter US-amerikanischer Besatzung.
Die Autorin entstammt einer irakischen, eher privilegierten Mittelstandsfamilie, die einige Zeit im Ausland verbracht hat. Das Buch setzt ein kurz vor Beginn des Krieges; wir erleben Thuras Abschied von ihren StudienkollegInnen als symbolischen Akt für einen Abschied vom normalen Leben. Die nachfolgenden Schilderungen sind vor allem dokumentarischer Art und folgen der Chronologie der äusseren Ereignisse: der Ausbruch der gewalttätigen Auseinandersetzungen, die Nächte voller Angst vor den Bombenangriffen, die Flucht der Familie aus Bagdad aufs Land, der Sturz Saddams und die auftauchenden Probleme während der Besatzung der Amerikaner.
Die Autorin ergreift weder Partei für die Amerikaner noch für die Iraki, sondern wirbt ganz im Sinne von Friedensarbeit für Verständnis für beide Seiten.
Die gewählte Form des Tagebuchs suggeriert Intimität – Zugang zu Thuras Innenwelt suchen wir aber vergebens. Fast schockierend ist die Distanziertheit und Aufgeklärtheit, mit der uns die Erzählerin begegnet. Selten schimmert die Gedankenwelt eines normalen Teenagers durch, zu offensichtlich sind die Aufzeichnungen schon für ein Publikum verfasst worden. Schade.
Als authentisches Stück Zeitgeschichte ist “Thuras Tagebuch” lesenswert – mehr dürfen wir nicht erwarten.
TRIX BÜRKI

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