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Despereaux. Von einem der auszog das Fürchten zu verlernen; Hörbuch

Autor/in:
 
Übersetzung:
Sprecherin Rosemarie Fendel 
Verlag:
Hörcompany 
Publiziert:
2004 
ISBN:
3-9350-3652-3 
Seiten:
3 CDs 
Schlagwörter:
Märchen | Liebe 

Rezension

Als eines Tages ein winziges, kränkliches Mäusekind mit übergrossen Ohren das Licht der Welt erblickte, hätte niemand geahnt, dass es länger als ein paar Tage überleben würde, geschweige denn, dass ihm wahres Heldentum bevorstehen sollte. So taufte es seine Mutter Antoinette in all ihrer Hoffnungslosigkeit auf den Namen Despereaux – und wartete ab.
Schon bald stellte sich heraus, dass Despereaux nicht so war, wie man es von einer anständigen Maus erwartete. Anstatt herumzuhuschen und Krümel zu sammeln, sass er lieber stundenlang in der Bibliothek und liess sich von Geschichten verzaubern. “Es war einmal ...” – welche Kraft steckte in diesen Worten. Despereaux liebte das Licht, das durch die bunten Glasfenster fiel, er liebte Musik – und als er eines Tages die Prinzessin Erbse erblickte, da wusste er sofort, dass er auch sie von Herzen liebte. Eine Liebe so stark, dass er alle Mäuseregeln brach und sich der Prinzessin nicht nur zeigte, sondern sich von ihr sogar auf die Hand nehmen liess. Als Strafe für seine Andersartigkeit lassen ihn die Mäuse ins Verlies werfen, zu den Ratten. Und wieder ahnt niemand, dass der kleine Mäuserich überleben wird.
“Despereaux” erzählt jedoch nicht nur die Geschichte einer verliebten Maus, sie erzählt auch von der Verzweiflung einer Ratte, die der Finsternis des Verlieses zu entkommen versucht und mit ihrem
plötzlichen Erscheinen im Palast gegen ihren Willen nur Unheil anrichtet. So wie die Liebe den kleinen Despereaux zu Grossem ermutigt, so verändern Entsetzen und Abscheu den Charakter der Ratte: Ihre Gedanken werden schwärzer als die lichtlosen Gänge des Kerkers.
Und noch eine dritte Geschichte ist mit denen von Maus und Ratte verwoben: Die einer blumenkohlohrigen Magd, die niemals gefragt wird, was sie gerne möchte – und die in ihrem Leben nichts lieber sein will als Prinzessin.
Kate DiCamillo zeigt uns in ihrem Märchen, dass wahres Heldentum nichts mit Grösse oder Stärke zu tun hat. Sie erzählt uns von der wahren Liebe, vom Hunger nach Macht und von der wohltuenden Wärme einer guten Suppe. Und so, wie sie immer wieder die Kraft der Sprache erwähnt, so kraftvoll sind auch die Worte, mit denen sie die Geschichte erzählt.
Die von Rosemarie Fendel gelesene Hörbuch-Fassung ist wärmstens zu empfehlen. Ob komisch oder bewegend, bedrohlich oder versöhnlich – mit immer anderen Stimmen für die einzelnen Protagonistinnen und Protagonisten vermittelt die Schauspielerin den ganzen Charme der Geschichte und liest dabei so fesselnd, dass man beim Zuhören jede Nebentätigkeit vergisst.
MAREN BONACKER

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