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Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte

Autor/in:
Martin Baltscheit 
Übersetzung:
 
Verlag:
Bajazzo 
Publiziert:
2002 
ISBN:
3-907588-36-3 
Seiten:
unpag. 
Schlagwörter:
Jungenrolle | Liebe, erste | Selbstbewusstsein 

Rezension

“Einer Dame schreibt man Briefe.” Das hat vor langer Zeit ein Missionar erklärt. Und daran erinnert sich der Löwe wieder, als er eine schöne Löwin sieht. Normalerweise zeigt er seine Zähne oder brüllt vor sich hin. Jetzt will er sich anders bemerkbar machen. Er bittet einen Affen, für ihn einen Liebesbrief zu schreiben. Doch dieser lädt die Löwin zum Klettern ein und preist seinen Bananenvorrat an. So geht das weiter. Jedes Tier, das der Löwe beauftragt, schreibt Liebeserklärungen nach seinem Erleben, und der Löwe ärgert sich immer mehr. Verzweifelt schreit er seine Gefühle heraus. „Warum haben sie denn nicht selbst geschrieben?“, fragt da die Löwin auf der andern Seite.
Das Buch schliesst mit dem Satz „A wie Anfang“ und das Bild zeigt den Löwen, der seinen ersten Buchstaben schreibt; eng an die Löwin geschmiegt. In Sachen Lesen und Schreiben sind Mädchen den Knaben meist überlegen. Davon zu erzählen tut gut. In den cartoon-artigen Illustrationen und dem pointierten Text geht es aber noch um mehr. Es geht um, die Einsicht, dass man mit Imponiergehabe nicht weiter kommt, und dass differenzierte Gefühle auch differenzierte Kommunikationsformen brauchen.
HANS TEN DOORNKAAT

Ein Buchtipp aus "weiterfliegen. Empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher", einem 2008 abgeschlossenen Projekt der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich und des SIKJM. Die rezensierten Bücher zeichnen ein differenziertes Geschlechterbild und zeigen Mädchen und Buben frei von Rollenklischees.

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