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Hey, hey, hey, Taxi!

Autor/in:
Katja Spitzer (Illustration) | Sasa Stanisic 
Übersetzung:
 
Verlag:
mairisch Verlag 
Publiziert:
2021 
ISBN:
978-3-948722-05-0 
Seiten:
96 
Schlagwörter:
Vorlesen | Spiel | Komik | Nonsens | Geschichtenerzählen 

Rezension

Das erste Kinderbuch von Saša Stanišić gehört zwar nicht zu den allergrössten, aber doch sicher nicht zu den kleinen Kinderbüchern. Kaum schlägt man es auf, wird es noch viel grösser, denn es ist ein Spielbuch, das zum Selberdichten anregt. Es handelt sich nämlich nicht nur um eine Sammlung fantastischer Geschichten, bei denen das Taxi, das einen immer zu Beginn abholt, sich auch einmal in eine Kutsche oder ein Käserad verwandelt und einen in wundersame Welten chauffiert. Viele Geschichten sind Nonsense vom Feinsten, zum Beispiel die mit dem Käsetaxi. «Entschuldigen Sie bitte», sagt der Erzähler, «‹Ihr Taxi sieht aber megalecker aus.› ‹Ich›, sagt die Maus und knabbert am Lenkrad, ‹weiss. Aber es ist mein Taxi, nur ich darf es verspeisen.› ‹Logisch›, sage ich. ‹Fahren Sie mich bitte zum Mond.›»
Stanišićs Nonsense ist schnell wie ein Taxi mit durchgedrücktem Gaspedal und entsteht aus spontanen Assoziationen. Das ist durchaus logisch: Ein Käse sieht doch aus wie der Mond – also nichts wie los zum Mond! In solchen Erzählverfahren steckt bereits der interaktive Ansatz, denn jede Idee kann und soll in viele Richtungen weitergedacht werden – so ganz ohne mitdichtendes Kind bietet die Lektüre nur das halbe Vergnügen. Vorlesen wird zum gemeinsamen Spiel; besonders da, wo die Kinder zum Mitmachen aufgefordert werden. Mal indirekt, wenn ein Mann im Motor onomatopoetisch «Brrruff-Brufff» macht; das muss man einfach ausprobieren. Oder ganz direkt: Einmal sitzt eine Musik am Steuer, und zwar das Lieblingslied der Lesenden. Das muss natürlich gesungen werden, bevor sich das Taxi in Bewegung setzen kann. Irgendwann fährt das Erzähltaxi ganz von selbst, und das Buch kann sich im Regal ausruhen.

Christine Lötscher
Buch&Maus 2/21, S. 30

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