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Seepferdchen sind ausverkauft

Autor/in:
Katja Gehrmann (Illustration) | Constanze Spengler (Text) 
Übersetzung:
 
Verlag:
Moritz 
Publiziert:
2020 
ISBN:
9783895653919 
Seiten:
48 
Schlagwörter:
Väter und Söhne | Arbeit | Haustiere 

Rezension

«Wenn du mich in Ruhe arbeiten lässt, bin ich auf jeden Fall schneller fertig.» Solche Vertröstungen kommen vielen Eltern bekannt vor. Das Bilderbuch «Seepferdchen sind ausverkauft» scheint wie massgeschneidert für die aktuelle Krise, in der viele El tern die Tücken des Homeoffice erleben mussten. Auch dieser Vater muss mal wieder «was fertig machen» und kann nicht, wie versprochen, an den Badesee. Sohn Mika, der Ich-Erzähler, kennt das schon: «Ich lasse Papa arbeiten und frage nur ab und zu: ‹Wie lange brauchst du noch?›» Der Vater ist genervt – mit schlechtem Gewissen. Der Sohn fühlt sich einsam und weiss einen Ausweg: ein Haustier!
Ab hier werden Kinderträume wahr: Der Vater ist einverstanden, gibt dem Filius sogar seinen Geldbeutel mit, wodurch Mika zum besten Kunden der örtlichen Zoohandlung wird. Vom Vater weitge hend unbemerkt, ziehen erst eine Maus, dann ein Welpe und ein Seehund ein. Der Brillenpinguin, ein Papagei und zuletzt ein Elefantenbaby kommen noch dazu. Das ist aus Kinderaugen unvermeidlich: Weil die Maus sich immer versteckt, muss ein Welpe beim Suchen helfen. Weil dieser wiederum Pfützen neben das Klo macht, muss der Seehund in der Badewanne aufpassen, «dass alle richtig aufs Klo gehen».
Wie sich Kindersicht mit Erwachsenenleben, wilde Spiele mit der Arbeitsrealität des zerstreuten und ahnungslosen Vaters kreuzen,ist lustig arrangiert und von Katja Gehrmann detailliert ausgestaltet. Als sich beide Handlungsebenen am Ende treffen, bleibt der Knall aus: Der Vater ist tierlieb und so machen alle zusammen den versprochenen Ausflug zum Badesee. Erwachsene wie Kinder dürften sich in dieser Geschichte nicht nur auf ganz unterschiedliche Art wiedererkennen, sondern auch beim Vorlesen gemeinsam schlapplachen.

Ina Nefzer
Buch & Maus 2/20, S. 28

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