Home Schweizerisches Institut für Kinder- und Jugendmedien Logo SIKJM Schweizerisches Institut für Kinder und Jugendmedien

Jeder Tag ist Ida-Tag

Autor/in:
Antje Damm 
Übersetzung:
 
Verlag:
Moritz 
Publiziert:
2019 
ISBN:
978-3-89565-383-4 
Seiten:
96 
Schlagwörter:
Spiel | Chaos | Kinderalltag 

Rezension

Das Jahr hat 365 Tage. Aus dem Leben von Ida lernen wir in Antje Damms «Jeder Tag ist Ida-Tag» 44 davon kennen. Doppel­sei­tenweise ­sind sie immer gleich gestaltet: Die linke Buchseite füllt dick aufgetragene, hellblaue Farbe. Darauf verteilt sind mit blauer Kontur gezeichnete und weiss hinterlegte Requisiten aus Idas Welt.
Anfangs ist es nur ein Spielauto, mit jeder Geschichte aber kommt ein Ding da­zu: Buntstifte, Puppenwagen, Wollknäuel, Pausenbrot und sogar eine Klobürste – alles wild durcheinander. Nur die Karotten, der Hut eines Pilzes und das Flämmchen einer Kerze sind nicht weiss, sondern orangerot gefärbt, so wie Idas Haare. Die visuelle Verbindung liegt im bildhaften Vergleich: Sind es karottenrote oder gar flammrote Haare wie ein Fliegenpilz? Der Farbton jedenfalls signalisiert: Ida ist ein Energiebündel.
Was das genau bedeutet, erzählen die Epi­soden auf der rechten Buchseite. Ob «Wintertag» oder «Krankheitstag», das jeweilige Tages-Motto ist als Titel gestempelt. Cartoonartig, in Bild und Text, stellen vier bis sechs Einzelszenen einen Lebensmoment vor, Pointe inklusive.
Immer dabei ist Idas Hase. Ganz sicher weiss man nicht, ob er ein Plüschtier ist. Man hofft es, denn Ida geht nicht gerade zimperlich mit ihm um, einmal ertrinkt er sogar fast in der Badewanne. Ihre Eltern sind nicht zu sehen, ab und an aber zu hören. Der Fokus liegt auf Ida, die als lustbetontes, impulsives, launisches und selbstbezogenes Kind zur Identifikation einlädt: «Ich hab den Papa lieb. Und die Mama erst. Manchmal sogar meinen Bruder. Aber dich hab ich am zweitliebsten. Du kommst gleich nach mir!», sagt Ida zum Hasen. Antje Damm gelingt es in ihrem Buchkunstwerk, Kindersicht und -mund so zu inszenieren, dass auch die Elternperspektive sichtbar wird – auf sehr amüsante Weise.

Ina Nefzer
Buch&Maus 3/19, S. 31

14 Einträge << 1 - 10

Sortiert nach: