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Nur noch eins

Autor/in:
Kathrin Schärer 
Übersetzung:
 
Verlag:
Atlantis 
Publiziert:
2019 
ISBN:
978-3-7152-0772-8 
Seiten:
22 
Schlagwörter:
Gute-Nacht-Geschichten | Pappbilderbuch | Bär | Kinderalltag 

Rezension

Wenn Kathrin Schärer sich alleine auf den künstlerischen Weg begibt, verarbeitet sie oft Themen, die ihr begegnen. Im Fall ihres ersten Pappbilderbuches zum Beispiel eine Kindheitserinnerung: Weil sie selbst gerne mit Murmeln gespielt hat, vergnügen sich die Bärenkinder mit diesem Spiel, bevor noch ein letztes Mal gemalt, die Spielsachen sorgfältig weggelegt und noch ein letztes Buch vorgelesen wird.
Dass das Antlitz des Bärenjungen etwas niedlicher ist als bei Schärers Tierfiguren üblich, ist wohl der besonders jungen Zielgruppe geschuldet. Was in den Tiergesichtern deutlich zu sehen ist, sind der Eifer und dann auch die Freude darüber, etwas geschafft zu haben: noch einen letzten Bau­klotz ganz oben draufgelegt, die letzte Treppenstufe erklommen oder den letzten Farbstift in den Kasten zurückgelegt zu haben. Erst wenn alles so ist, wie es sein soll – oben, vollständig oder ordentlich – ist das Bärenkind zufrieden. Und damit es eine gute Nacht wird, darf natürlich der Kuss nicht fehlen. Der Gutenachtkuss stellt auch die einzige Doppelseite dar, in der Text verwendet wird. Alle anderen vertrauen auf die Kraft der Illustrationen und Schärers Bildsprache. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie nahe an die Figuren heranrückt, dass sie sich auf das Wesentliche konzentriert und auf überflüssige Details verzichtet. Cover und Rück­seite bilden zusammen noch eine zusätzliche Szene aus dem Kinderalltag ab.
Die Grundlage für Schärers künstlerische Arbeit bildet die Faszination und die Freude an kleinen Kindern und ihrem Welt­entdecken. Dieses sehr genaue und sensible Einfühlen kennzeichnet alle Arbeiten der Schweizer Illustratorin. Schön, dass sie sich nun auch der jüngsten Zielgruppe gewidmet hat. Dieses Buch darf ins Regal mit den empfehlenswerten Pappen.

Antje Ehmann
Buch&Maus 3/2019, S. 26

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