Home Schweizerisches Institut für Kinder- und Jugendmedien Logo SIKJM Schweizerisches Institut für Kinder und Jugendmedien

Ziegen bringen Glück

Autor/in:
Philip Waechter (Illustration) | Anne Fleming 
Übersetzung:
Aus dem kanadischen Englisch von Ingo Herzke 
Verlag:
Carlsen 
Publiziert:
2019 
ISBN:
978-3-551-55382-9 
Seiten:
160 
Schlagwörter:
Humor | Entwicklung | Zusammenleben | Vielfalt | Tiere in der Stadt 

Rezension

«Es war einmal eine Bergziege, die in New York City lebte» – so beginnt diese wunderbar absurde Geschichte auf dem Dach ei­nes Hochhauses am Central Park. «Sie sprang im Zick – klippklapp – und Zack – klippklapp – quer über die Klippe. Das Klappern war, das muss dazugesagt werden, nur ganz leise. Ihre Hufe hatten innen weiche Polster, die jede Landung dämpften.» Und so, wie die Ziege zwischen den oberen Stockwerken herumspringt, dass einem beim Lesen ganz schwindlig wird, werden auch die illustren Hausbewoh­nerInnen im Zickzack vorgestellt. Irgendetwas kriegen sie alle von den Aktivitäten der jungen Geiss mit, aber erst die elfjährige Kid setzt alles daran, sie aufzuspüren. Immerhin winken dem, der sie sieht, sieben Jahre Glück – heisst es.
«Ziegen bringen Glück» ist ein urbanes Märchen, das mit der köstlichen Ziegenperspektive – «Oh. Heu. Heu war gut» – auf Anhieb begeistert. Dazu kommt die liebevolle und einnehmende Art, mit der auch alle Charaktere episodenartig vorgestellt werden – vom blinden Schriftsteller, der die Anwesenheit der Ziege spürt, dem halbseitig gelähmten älteren Herrn, der sie beim Weizengras-Fressen beobachtet, dem Penthouse-Bewohner, der täglich einen Eimer Heu für sie rausstellt, bis hin zur superschüchternen Kid, die mit ihren Eltern neu im Haus ist. Nachdem Kid sich mit Will angefreundet hat, der gerne in Schüttelreimen spricht, startet sie im Haus eine Umfrage – Kid, die den Leuten sonst nur auf die Schulter starren kann! Will, der seine Eltern bei den Anschlägen des 11. September 2001 verloren hat, schafft es sogar, die Dachterrasse zu betreten. Offenbar stösst diese Ziege bei jedem etwas an; um sie herum sprühen auf jeden Fall die sprachlichen Funken.
Ursula Thomas-Stein
Buch&Maus 1/19, S. 31

131 Einträge 36 - 45

Sortiert nach: