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Stadtbär

Autor/in:
Katja Gehrmann 
Übersetzung:
 
Verlag:
Moritz 
Publiziert:
2019 
ISBN:
978-3-89565-376-6 
Seiten:
96 
Schlagwörter:
Tiere | Stadt | Zusammenleben | Verhalten | Tiere in der Stadt 

Rezension

Als der Bär nach langem (Winter-?)Schlaf erwacht, scheint der Wald völlig verlassen. Ein vorbeifliegender Habicht erzählt ihm, dass Fuchs, Biber, Dachs und alle anderen in die Stadt gezogen seien, weil es bei den Menschen «beheizte Höhlen, leckeres Es­sen und vor allem: keine Jäger» gäbe. Klingt gut, findet der Bär und zieht ebenfalls um. In der Stadt angelangt, sorgt er, ohne es zu ahnen, für jede Menge Aufregung. Als die anderen Tiere von seiner Ankunft hören, beschliessen sie, nach ihm zu suchen und ihn in den Zoo zu locken. «Und dann hauen wir einfach ab und lassen ihn da.» Ein Bär ist schliesslich kein Biber. So ein riesiges Tier fällt auf! Und das wollen die anderen Tiere auf keinen Fall. Tatsächlich fällt es ihnen aber schwerer als gedacht, den Bären zu fassen zu kriegen. Der tappt – mit schwarzer Sonnenbrille, Hut und Einkaufstasche getarnt («Ich dachte, das trägt man hier so») – staunend durch die Strassen und beobachtet das seltsame Verhalten der Städter.
In leuchtenden Blau- und Grüntönen, strahlendem Orange und Gelb erzählt Katja Gehrmann von einem höflichen Bä­ren, der durch die Stadt streift. Dabei kommt es zu den skurrilsten Situationen. Etwa, wenn die BesucherInnen eines Imbisses sich hinter der Schaufensterschei­be drängeln, um mit ihren Handys Fotos von Dachs und Marder zu machen, während der Bär in aller Ruhe das Kuchen-Buffet plündert.
Das Text-Bild-Verhältnis ist so ausgewogen, dass auch LeseanfängerInnen nicht überfordert werden. Ausserdem ist auf den doppelseitigen Illustrationen immer ein bisschen mehr zu entdecken, als der Text erzählt. Das macht den «Stadtbären» zu einem im wahrsten Sinne des Wortes tierischen Bilderbuch-Vergnügen zum Vor- und Selberlesen, zum nach im Bild versteckten Tieren-Suchen und zum gemeinsamen Lachen.
Andrea Duphorn
Buch&Maus 1/19, S. 30

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