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Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen

Autor/in:
Matthew Quick 
Übersetzung:
Aus dem amerikanischen Englisch von Knut Krüger 
Verlag:
dtv 
Publiziert:
2018 
ISBN:
978-3-423-76204-5- 
Seiten:
304 
Schlagwörter:
Anderssein | Lesen | Verliebtsein | Buch | Bücher 

Rezension

Es gibt Bücher, die einen umhauen. Da träumt man schon mal davon, dem Autor des Romans persönlich zu begegnen. Für die 18-jährige Ich-Erzählerin geht dieser Wunsch in Erfüllung – allerdings mit unabsehbaren Folgen. Dabei fängt alles ganz harmlos an. Von ihrem Lieblingslehrer bekommt Nanette ein zerfleddertes Taschenbuch geschenkt. «Der Kaugummikiller», erklärt er, sei längst vergriffen, aber dieser Roman habe seinerzeit sein Leben verändert, und er könne sich gut vorstellen, dass es für Nanette die richtige Lektüre sei.
Für die angepasste Schülerin und erfolgreiche Fussballspielerin wird die Geschichte über einen jugendlichen Aussteiger tatsächlich zu einer Art persönlichem Manifest. Dass die Handlung an einem entscheidenden Punkt abbricht und das Schicksal der Hauptfigur am Ende im Ungewissen bleibt, lässt Nanette allerdings keine Ruhe. Auch der schrullige Autor Nigel Booker, den sie bald kennenlernt und mit dem sie viel Zeit verbringt, bleibt ihr Antworten schuldig. Stattdessen ermuntert er sie, ihren eigenen Weg zu gehen. «Du kannst den Kreislauf durchbrechen. Du kannst diejenige sein, die du sein willst.» Ihrem neuen Idol verdankt Nanette auch die Bekanntschaft mit Alex. Die junge Liebe wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, denn Alex schreibt nicht nur rebellische Gedichte, sondern greift wie die Hauptfigur im «Kaugummikiller» selbst zu Gewalt, um Schwächeren zu ihrem Recht zu verhelfen.
Matthew Quick zeigt in seinem Roman, wie wichtig es ist, sein Leben in die Hand zu nehmen und für die eigenen Werte einzustehen. Aber er tut dies nicht ohne Vorbehalt. Als die jungen Fans den alten Autor am meisten brauchen, zieht sich dieser zurück und lehnt jede Verantwortung ab.

Daniel Ammann
Buch&Maus 3/18, S. 36

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