Home Schweizerisches Institut für Kinder- und Jugendmedien Logo SIKJM Schweizerisches Institut für Kinder und Jugendmedien

Taschenpost

Autor/in:
Ingeborg Rotach 
Übersetzung:
 
Verlag:
Stachelbart 
Publiziert:
2018 
ISBN:
978-3-945648-06-3 
Seiten:
104 
Schlagwörter:
Freundschaft | Gefühle | Wunder 

Rezension

alome träumt davon, Clownin zu werden. Eines Tages begegnet sie einem Vorbild, dem berühmten Clown Rinaldo Rocca, der seinen kleinen Sohn in die Schule begleitet. Hier nimmt Ingeborg Rotach den Faden auf, um die Geschichte einer fantasievollen und eigenwilligen Jugendlichen zu erzählen – die sich vor allem als eine Geschichte über Freundschaft erweisen wird; über die Sehnsucht danach, die Welt mit einer Freundin zu teilen und über das Glück, wenn es gelingt.
Einfühlsam und respektvoll nähert sich Ingeborg Rotach ihrer Protagonistin an, und findet immer wieder eindrückliche und präzise Bilder für die Achterbahnfahrten, die das Leben mit sich bringt. Für den Schmerz, den Salome fühlt, weil Mike nichts mehr von ihr wissen will. Oder, wenn Salomes «Freundin», die coole Ursina, fiese Spielchen mit ihr treibt.
Kurz nach der Begegnung mit dem Clown geschieht noch ein kleines Wunder in Salomes Leben: Als sie ein Paar Jeans anprobiert, findet sie in der Hosentasche einen Zettel – Taschenpost von einem Mädchen namens Vera. Bäume, Pferde und Bücher seien ihr wichtig, steht da, und eine Handynummer: Ruf mich an. Nach langem Zögern tut es Salome tatsächlich – der Anfang einer wunderbaren Freundschaft.
Was den Text vor allem auszeichnet, ist ein musikalischer Rhythmus, der Salomes Gefühlszustände ausdrückt. Wenn ihre Gedanken Flügel bekommen, hebt auch die Sprache ab, träumerisch-poetisch, verspielt. Die hohe Sensibilität Ingeborg Rotachs für die Sprache verleiht dieser Coming-of-Age-Geschichte ein ganz eigenes Gepräge. Zwar legt die Autorin ihren Figuren durchaus aktuelle jugendsprachliche Ausdrücke in den Mund, kombiniert sie aber mit altmodisch anmutenden Wen­dungen, die eher zur Generation von Salomes Mutter gehören. So entsteht eine Kunstsprache, die Salomes Geschichte etwas Zeitloses verleiht.

Christine Lötscher
Buch&Maus 2/18, S.34

34 Einträge << 1 - 10

Sortiert nach: