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Sieben Ziegen fliegen durch die Nacht

Autor/in:
Uwe-Michael Gutzschhahn (Hrsg.) 
Übersetzung:
 
Verlag:
dtv 
Publiziert:
2018 
ISBN:
978-3-423-76201-4 
Seiten:
176 
Schlagwörter:
Lyrik | Anthologie | Gedichte 

Rezension

Der Autor und Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn ist auch ein grosser Lyrik-Vermittler. Monatlich präsentiert er in seinem Gedichtblog neue Kinderlyrik (www.dasgedichtblog.de). Jetzt hat er die über den Zeitraum von zwei Jahren dort veröffentlichten Texte in einer Anthologie zusammengestellt. Da finden sich Ge­dichte von dreissig unbekannten und be­kannten Kinderlyrikern, darunter Arne Rautenberg, Heinz Janisch oder Mathias Jeschke und natürlich auch Franz Hohler, sowie wenige Gedichte von Autorinnen: Jutta Richter ist vertreten, endlich wieder einmal Hanna Johansen oder – eine Entdeckung – erste Gedichte der Jugendbuchautorin Susan Kreller.
Es geht ums Fressen und Gefressen-Werden. Etwa wenn Jan Koneffkes in «Missionar in Afrika» von Krokodilen berichtet, die es satt haben, ständig zähe Gottesmänner futtern zu müssen. Einschlaf­gedichte fehlen ebenso wenig wie Texte übers Meer, die Jahreszeiten und das Reisen. Philosophisches steht neben Sprach­spielen und Zungenbrechern. So dichtet Jürgen Brater: «Das Warzenschwein / mag schwarzen Wein. / Dem toten Reh / gib roten Tee. / Gern frisst’s auch Matsch. / Was? Das ist Quatsch? / Saublödes Gelaber? / Reimt sich aber!» Brater, eine weitere «Entdeckung» von Gutzschschahn, thematisiert hier eine Binsenwahrheit: Ohne Reim geht im Kindergedicht fast nichts. Toll, wenn diese schön knirschen, zum Beispiel bei Alex Drepper: «Erlaubt war’n jetzt Rosinien / wenn sie aus Argentinien / und einmal fand er Möhren / direkt von den Azören».
Sabine Kranz setzt das Erzählte mit kräftigen Pantonefarben ins Bild. Virtuos verbinden ihre Illustrationen verschiedene Gedichte miteinander. Ein leuchtender Lyrikstrauss ist da entstanden, dem man viele Erwachsene wünscht, die ihn zu Hause und in der Schule unter die Kinder bringen.

Christine Tresch
Buch&Maus 2/18, S.32

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