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Der Wilde Watz

Autor/in:
Edouard Manceau 
Übersetzung:
Aus dem Französischen von Markus Weber. 
Verlag:
Moritz 
Publiziert:
2017 
ISBN:
978-3-89565-343-8 
Seiten:
32 
Schlagwörter:
Angst | Fantasie | Humor | Monster 

Rezension

Hilfe, ein Monster! Der wilde Watz stiert einen schon auf dem Cover an. Spitze gelbe Hörner, noch spitzere Zähne und grüne Hände hat er. Und er ist ganz wild darauf, kleine Kinder im Dunkeln zu packen, zu beissen und zu fressen. Keine Chance, ihm zu entkommen? Doch! Das grossartige hochformatige Bilderbuch von Edouard Manceau ist eine kreative Anleitung, die selbst kleinsten Kindern zeigt, wie sie sich gegen übermächtige Ängste wehren können: mit Spass und Fantasie.
«Huh! Du willst mich fressen, mit Haut und Haar, du WILDER WATZ!», meldet sich eine Kinderstimme auf der ersten Seite. Die grosse weisse Schrift springt einen auf der nachtschwarzen Seite förmlich an. Das wirkt eher angriffslustig als ängstlich. Der wilde Watz muss jetzt aufpassen, denn die Rollen sind vertauscht. Das Kind droht dem gehörnten Monster: «Ich kitzle dich an deinen Hörnern, dann kannst du mich nicht mehr piksen, du WILDER WATZ!» Tatsächlich verwandeln sich die Hörner in einen Sichelmond. Der Watz steht als Kahlkopf da und sieht schon deutlich zahmer aus; die plakativen Illustrationen zeigen es. Die Kitzelattacke geht weiter. Immer mit dem Zauberspruch: «Ich kitzle dich» – unter den Armen, an den Füssen, dem Hals, den Zähnen. Seite für Seite wird der Watz in seine Einzelteile zerlegt. Die Arme stehen jetzt als Bäume in der Nacht da, die Zähne liegen als Steine herum – armer halber Watz, jetzt schielt er sogar. Nase und Augen werden zu einem Auto, der Kopf zu einem Wohnanhänger und der fröhliche Erzähler ruft: «… und weg bist du! Mach’s gut du WILDER WATZ!»
Klar, dass beim Vorlesen viel gekitzelt, gelacht und gestaunt wird. Und wenn der wilde Watz wiederkommt? Halb so wild.

Ursula Thomas-Stein
Buch&Maus 1/18, S. 28

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