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Das Mädchen, das den Mond trank

Autor/in:
Kelly Barnhill 
Übersetzung:
Aus dem amerikanischen Englisch von Sandra Knuffinke und Jessika Komina. 
Verlag:
Fischer Sauerländer  
Publiziert:
2018 
ISBN:
978-3-7373-5538-4- 
Seiten:
464 
Schlagwörter:
Hexen | Mädchen, starke | Magie 

Rezension

Jedes Jahr muss das jüngste Baby des Protektorats der Hexe geopfert werden, die im Wald lebt. Der Ältestenrat glaubt beständig, damit eine Lüge in die Welt gesetzt zu haben, um die eigene Machtposition zu sichern, und weder er noch die anderen Stadtbewohner ahnen, dass es im Wald tatsächlich eine Hexe namens Xan gibt. Diese kümmert sich jedoch rührend um die «geopferten» Kinder, füttert sie mit Sternen- und Mondlicht und bringt sie zu Familien in andere Städte, wo sie behütet aufwachsen können. Ein Kind jedoch, Luna, zieht sie selbst gross. Weil Xan sie mit zu viel Mondlicht gefüttert hat, ist Luna voller Magie – die nicht nur Xan zu spüren bekommt. Auch das Monster im Sumpf und der kleine Drache, der über sich hinaus wachsen wird, werden Zeuge von Lunas übersprühender Magie. Es gibt einen Helden namens Antain, der bereit ist, gegen die vermeintlich böse Hexe im Wald anzukämpfen. Und es gibt auch eine wirklich böse Hexe – die im Dorf lebt …
Kelly Barnhill erzählt in ihrem umfangreichen Kinderroman nicht nur die Geschichte von Xan, Luna und dem Geschehen im Wald. Sie erzählt auch von einer Stadt, die vom Ältestenrat und der Priorin beherrscht wird, in der sich jedoch langsam Widerstand regt. Dieser manifestiert sich in der Figur des Antain und seiner Frau Ethyne, die der Hexe entgegentreten wollen, nicht ahnend, dass das Böse im Dorf selbst lauert. Und auch Lunas richtige Mutter, die im Kerker der Priorin stets an ihr Kind denkt, findet einen Weg in die Freiheit und zu ihrer Tochter. Gekonnt verbindet Barnhill alle Erzählstränge und die darin enthaltenen Einzelschicksale ihrer Figuren miteinander und lässt eine komplexe Welt entstehen, in der Magie ganz unterschiedliche Formen annehmen kann und sowohl zu guten Zwecken eingesetzt als auch missbraucht wird – und in der das Gute schlussendlich siegen kann.

Sabine Planka
Buch&Maus 1/18, S. 32

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