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Weltgeschichte für junge Leserinnen

Autor/in:
Kerstin Lücker | Ute Daenschel 
Übersetzung:
 
Verlag:
Kein & Aber 
Publiziert:
2017 
ISBN:
978-3-0369-5760-9 
Seiten:
528 
Schlagwörter:
Zeitgeschichte | Lebensgeschichte | Frauen in der Geschichte 

Rezension

«Wenn die Weltgeschichte ein Teil des Bewusstseins der gesamten Menschheit ist, dann müssten in den Träumen der Menschheit unendlich viele verdrängte Frauen auftauchen», schreiben Kerstin Lücker und Ute Daenschel am Ende eines Werkes, das zumindest einen Teil dieser Frauen aus der Tiefe an die Oberfläche holt. Über 500 Seiten haben die Berliner Geisteswissenschaftlerinnen mit einer erfrischend ruhig, aber packend erzählten, inspirierenden Weltgeschichte gefüllt, die gerade keine «Geschichte der Frauen» ist: Denn «das wäre wieder eine Spezialgeschichte; die Frauen wären nicht ganz selbstverständlich Teil jener Weltgeschichte, die uns alle gleichermassen angeht». Und so richtet sich das ambi­tio­nierte Projekt mit dem etwas irre­führenden Titel auch nicht nur an «junge Leserinnen», sondern an alle Jugendlichen, die wissen wollen, welche Frauen und Männer am Teppich unserer Existenz gewebt haben, wie sich das Alltagsleben gestaltete und welche Geschichten man sich erzählt hat, um Sinn und Gemeinschaft zu stiften, aber auch Ausschluss und Herrschaft zu legitimieren. Dass diese Erkundungen angesichts des gewaltigen Umfangs an erzählter Zeit – von der Frühgeschichte bis zur Gegenwart – notwendigerweise an der Oberfläche bleiben müssen, tut der Faszination keinen Abbruch: Die Fülle von Geschichten motiviert, selbst weiter zu recherchieren – zur chinesischen Dichterin Ban Zhao, die im ersten Jahrhundert Geschichtsbücher verfasste; zu den christlichen Apostelinnen, die sich mit den (und auch gegen die) Männern auf den Weg machten; zu Theodora, die von der Zirkusartistin zur Kaiserin von Konstantinopel aufstieg, oder zur Suffragette Emmeline Pankhurst, die zwar keine gute Steinewerferin war, aber als Gründerin der «Politischen und sozialen Frauenunion» den Kampf um die Rechte der Frauen massgeblich geprägt hat.

Manuela Kalbermatten
Buch&Maus 2/17, S. 36

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