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Kasimir Karton - Mein Leben als unsichtbarer Freund

Autor/in:
Michelle Cuevas 
Übersetzung:
Aus dem amerikanischen Englisch von Uwe-Michael Gutzschhahn. 
Verlag:
Fischer KJB 
Publiziert:
2017 
ISBN:
978-3-7373-4046-5 
Seiten:
204 
Schlagwörter:
Humor | Imaginäre Freunde | Identitätssuche 

Rezension

Im zarten Alter von acht Jahren muss Kasimir zu seinem Kummer erfahren, dass er nur in den Augen seiner Zwillingsschwester Fleur existiert: Er ist ein unsichtbarer Freund, Produkt der überhitzten Fantasie einer Tochter von Puppenverkäufern. «Man ist nur so un­sichtbar, wie man sich fühlt», lautet zwar das Credo der «Anonymen Eingebildeten», denen sich Kasimir in der Verzweiflung seiner Identitätskrise anschliesst. Für Kasimir aber steht fest, dass er, wie einst Pinocchio, ein echter – und in diesem Fall: ein sichtbarer – Junge werden will. Stattdessen bildet sein Gang zum «Amt für Neuzuteilungen» den Auftakt einer langen Odyssee voller überraschender Entdeckungen und Einsichten.
Mit «Kasimir Karton» ist der US-amerikanischen Autorin Michelle Cuevas ein ebenso heiterer wie tiefsinniger Wurf gelungen, der Kinder wie Erwachsene begeistern wird. In seinen diversen Verkörperungen führt Kasimir ihnen nicht nur den Zauber der Kindheit, sondern auch ihre Nöte, Zumutungen und Absurditäten vor Augen: Das Gefühl, nicht gehört, gesehen und beachtet zu werden, steht neben der ebenso beglückenden wie erschreckenden Existenz als Möglichkeitsform; als Figur, die sich gerade durch ihre gestaltwandlerischen Fähigkeiten konstituiert. Dass Kasimir sich den Titel des «besten unsichtbaren Freundes von allen» verdient, liegt an seiner Fähigkeit, seinen ebenso liebevoll wie überzeugend ausgemalten (echten und ausgedachten) FreundInnen ein Gefühl für ihre Einzigartigkeit wie für all die überraschenden, auch kontrastierenden Farben ihrer Identität zu vermitteln. Eingebettet in einen Text, der vor skurrilen Einfällen, parodistischen Verweisen und witzigen Miniaturen nur so strotzt, entfaltet diese Botschaft ihr ganzes, ermächtigendes
Potenzial.

Manuela Kalbermatten
Buch&Maus 2/17, S. 29

131 Einträge 36 - 45

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