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Jonny Himmelblau und der Millionenvogel

Autor/in:
Andrea Karimé 
Übersetzung:
 
Verlag:
DIX Verlag 
Publiziert:
2016 
ISBN:
978-3-941651-02-9 
Seiten:
184 
Schlagwörter:
Ägypten | Detektivgeschichte | Revolution 

Rezension

Keiner spricht so schnell und viel wie Jonny Himmelblau – «garantiert, Gott hat’s gesehen», seine Wortwasserfälle sind bekannt. Daran ändert auch der Stimmbruch nicht, der ausgerechnet ihn schon mit zwölf trifft. Unterwegs mit seinem blinden Freund Malik, der singt wie eine Nachtigall und eine Vorliebe für englische Einwürfe hat – «yesplies!» – ist Jonny auf einer Mission: Den wertvollen Vogel muss er wiederbeschaffen, den die Stiefmutter ihrer Freundin Aische geklaut hat. Während Aische auf Verwandtschaftsbesuch in Deutschland ist, machen Jonny (der eigentlich Junis heisst) und Malik dafür Kairo unsicher. Wie blöd, dass ausgerechnet jetzt ganz Ägypten «Stubenarrest» hat, weil gerade etwas «Historisches» geschehe, wie Onkel Sami erklärt. Wieso der Präsident das Mobilnetz abschaltet, um nicht gestürzt zu werden, kann sich Jonny aber nicht so ganz erklären: Beliebter wird er damit sicher nicht, jedenfalls nicht bei Johnny, der so weder sein neues Smartphone verwenden kann noch Aisches Mail aus Deutschland empfängt. Und für Stubenarrest hat Johnny ganz und gar keine Zeit: Mit Hilfe von seinen Rede- und Maliks Gesangs­künsten, einem Wagen voller Zitronen und etwas Glück geht es der Vogelentführerin an den Kragen!
«Jonny Himmelblau und der
Mil­lionenvogel» ist der zweite Band für das Mittelstufenalter über den paten­ten Jungen mit Detektivambitionen aus Kairo, den man mit seinem geschmierten Mundwerk und seinen Wortneu­schöpfungen sofort lieb gewinnt. Der arabische Frühling bildet den Hintergrund der Geschichte, ohne den Fokus von den Kindern und ihren Erlebnissen zu neh­men. Denn Andrea Karimé erzählt nie überheblich-aufklärerisch, sondern authentisch, packend, mit viel Humor und Wärme. Für einen dritten Band bleiben genug Fragen offen – «yesplies, hörriap!»

Elisabeth Eggenberger
Buch&Maus 3/16, S. 33

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