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Kleines Afrika

Autor/in:
Antje Damm 
Übersetzung:
 
Verlag:
Tulipan 
Publiziert:
2015 
ISBN:
978-3-86429-274-3- 
Seiten:
64 
Schlagwörter:
Afrika | Stadt | Zweitleser 

Rezension

Erstlesebücher sind vorrangig zum Lesen lernen da und daher sprachstilistischen Einschränkungen unter­worfen. Deswegen dürfte der erste Kontakt mit dem Medium Buch nur in Ausnahmefällen so umwerfend ausfallen, dass sich ErstleserInnen direkt in Leseratten verwandeln. Beginnt daher die eigentliche Leselust nicht erst, sobald das Lesen flüssiger geht und die Kinder zu Zweit­leserInnen werden? Dann sind Bücher nötig, die weder ganz einfach, noch anspruchsvoll sind; die auf der einen Seite eine gut leserliche, serifenlose und grössere Druckschrift, mehr Zeilendurchschuss sowie viele Bilder haben, zugleich aber auch das typische Kinderbuch-Layout mit eingerückten Zeilen, reinen Textseiten und Wörtern, die nur erfahrene Leser flüssig lesen können. Im Zuge einer zunehmenden Ausdifferenzierung der Kin­derbuchprogramme finden sich immer mehr Titel, die dem Zweitleser-Profil entsprechen. Auch wenn sie keineswegs immer dafür ausgewiesen sind.
So gibt es von «Liliane Susewind» seit kurzem vereinfachte Geschichten. Über das Mädchen, das mit Tieren sprechen kann, hat Autorin Tanya Stewner neue Abenteuer geschrieben, die deutlich kürzer sind als die Originalbücher und ohne Worttrennungen auskommen. Mit der Altersangabe «ab 6» wird auf den lukrativen Erstlesermarkt gezielt. ErstklässlerInnen aber dürften auch die neuen Serientitel viel zu schwer finden, denn sprachlich und stilistisch unterscheiden sie sich kaum von denen für Ältere. Für ZweitleserInnen hingegen sind sie perfekt. Das gilt auch für die «junior»-Ausgaben der Erfolgsserie «Das Magische Baumhaus». Der Loewe Verlag hat hierfür bereits erschienene Bände bearbeitet und mit vierfarbigen Illustrationen versehen. Gedacht zum Vorlesen, sind sie bereits
«ab 5» ausgewiesen, eignen sich aber gleichermassen für ZweitleserInnen. Eingeführte Serien wie diese beiden sind ideal: Sobald mit den vereinfachten Geschichten mehr Leseerfahrung da ist, stehen zahlreiche Bände der Kinderbuchserien, zum Beispiel in Bibliotheken, zum Weiterlesen bereit.
Das Potenzial von Playmobilge­schichten liegt in der Verbindung von Kinderzimmer-Spielfantasie mit Kopfabenteuern beim Lesen. So basiert auch die neue Ravensburger Buchserie auf eigenen Spielfiguren und einer TV-Serie.
Der fantastische Abenteuerstoff rund um die «Super 4»-Piratin Ruby, Fee Twinkle, Agent Gene und Ritter Alex – ist zwar gespickt mit Anglizismen und anderen schwie­rigen Wörtern. Es ist jedoch anzunehmen, dass die meisten Kinder in der dritten Klasse diese in ihren Wortschatz aufzunehmen bereit sind.
Aufgrund reiner Textdoppelseiten und vieler Worttrennungen noch etwas schwieriger zu lesen, aber ausserordentlich schlüssig aus Kindersicht geschrieben und bebildert, ist Antje Damms Beitrag für die neue Tulipan-Reihe «Kleiner Roman». In «Kleines Afrika» erzählt ein Mädchen vom Versuch, seinen Traum zu verwirklichen: auf einem Elefanten in Afrika zu reiten. Ein wunderschönes kleines Buch, ganz in Rot- und Schwarztönen gehalten: ein Leseschatz.

Ina Nefzer
Buch&Maus 1/16, S. 29

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