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Der Junge, der mit den Piranhas schwamm

Autor/in:
David Almond | Oliver Jeffers (Illustration) 
Übersetzung:
Aus dem Englischen von Alexandra Ernst. 
Verlag:
Ravensburger Buchverlag 
Publiziert:
2014 
ISBN:
3-473-36872-5 
Seiten:
245 
Schlagwörter:
Abenteuer | Jungen, sensible | Mut 

Rezension

Von zu viel totem Fisch aus der Fischfabrik verdrängt, verlässt Stanley Botts Onkel und Tante und schliesst sich einem Jahrmarkt an, auf dem er viel eher sich selbst sein kann. Anstatt tagein, tagaus nur Konservenbüchsen zu verschliessen, schrubbt er nun Plastikenten, kümmert sich um die Goldfische und übernimmt kleine Boten­gänge für den Betreiber der Enten­bude. Doch schon nach kurzer Zeit wird der grösste Star des Jahrmarkts auf den Jun­gen aufmerksam: Pancho Pirelli, der mit den Piranhas schwimmt, will ihm bei­bringen, ebenfalls in das Becken mit den Piranhas zu steigen und mit den gefährlichen Fischen zu tanzen. Kann Stan­ley das schaffen, ohne sich in Lebensgefahr zu bringen?
David Almonds Kinderroman «Der Jun­ge, der mit den Piranhas schwamm» ist ein zauberhaftes Plädoyer dafür, unverzagt seinen Weg zu gehen. Stanley Potts lässt sich weder vom fischwütigen Verhalten seines verzweifelten Onkels unterkrie­gen, noch schreckt ihn das mürrische Gesicht der Tochter des Entenbudenbe­sitzers. In das Piranhabecken zu steigen bedeute, sich dem Piranha in seinem Innern zu stellen, sagt Pancho – und der Mut, mit dem Stanley dies tut, beeindruckt.
Die verrückt-versponnene Ge­schich­­te, in der auch heftig mit Sprache gespielt wird, erinnert mitunter an Roald Dahl; die beinahe ma­gi­schen Begeg­nun­gen auf dem Jahrmarkt rufen Asso­zia­tionen an Tim Burtons «Big Fish» wach. Und doch ist das Buch ein typi­scher Almond. In seiner Viel­schichtigkeit er­reicht es ganz unter­schied­liche Leser­schaften –­ kleine Abenteurer ebenso wie vorsichtige Philoso­phen, Sprachgewitzte und nicht zuletzt auch Menschen, die eine Prise Ermutigung gebrauchen können. Eine Hommage an die Macht der Vorstellungskraft und den Mut, sich seinen eigenen Ängsten zu stellen.

Maren Bonacker
Buch&Maus 1/14, S.32

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