Home Schweizerisches Institut für Kinder- und Jugendmedien Logo SIKJM Schweizerisches Institut für Kinder und Jugendmedien

Hallo Monsieur Hulot

Autor/in:
David Merveille 
Übersetzung:
 
Verlag:
NordSüd 
Publiziert:
2013 
ISBN:
3-314-10173-2 
Seiten:
56 
Schlagwörter:
Buch zum Film | Bildergeschichte | Frankreich 

Rezension

In Jaques Tatis legendären «Monsieur Hu­lot»-Filmen, allen voran «Les Vacances de Monsieur Hulot» (1953), ist der Titelheld ein liebenswerter Anachronist – ein Schus­sel, der aus der Zeit fällt, die anderen Hotelgäste mit seinem tollpatschigen Betragen aus ihrer agreablen Façon bringt und sich Zeit nimmt für die kleinen Dinge des Lebens; einen Hund etwa, der seinem selbstgebastelten Knattergefährt den Weg versperrt.
Dass Tati und seine Figur damit der eigenen, hektischen Zeit einen Spiegel vorhalten, ist unter den Fans, zu denen auch Bilderbuchkünstler David Merveille zählt, bekannt. Und Hulots schlaksige Figur in Rin­gel­socken und zerknittertem Mantel ist auf jeden Fall Kult geblieben. Ebenso wie seine Pfeifenraucherei, die er sich – so gar nicht den pädagogischen Standards der Zeit entsprechend – auch in Merveilles Bilderbuch «Hallo Monsieur Hulot» nicht abgewöhnt. Soll Lucky Luke auf seinem Grashalm kauen! Hulot raucht genüsslich weiter. Wenn die Passagiere des Busses, in dem er in der Bildergeschichte «Hulot als Nichtraucher» unterwegs ist, erbost auf das Verbotsschild zeigen, tun sie ihm aber Unrecht. Galant weist Hulot auf die Pariser Szenerie, die sich draussen ausbreitet, und in der Menschen und Dinge Blasen – nicht Rauchwolken – werfen: Sprechblasen, Champagnerbläs­chen. Selbst die Strassenlaterne zeigt sich kugelblasig.
Merveilles Paris ist ein Paris auf Papier, ein nostalgisches Paris, das aus Träumen gemacht ist und das auch deutlich sagt – und gerade so die schönsten Dinge des Le­bens im liebevollen Detailreichtum feiert. Wer könnte in dieses, ach, Paris, bes­ser passen als der zeitlose Hulot! In 22 wortlosen Bildergeschichten fördert er die versteckten Schönheiten und Absur­ditäten des Lebens in der Stadt zutage. Kinder und Erwachsene können sich in den kleinen, comicartigen und vor allem in den jeweils anschliessenden grossen Traum- und Wimmelbildern verlieren oh­ne Ende.

Manuela Kalbermatten
Buch&Maus 4/13, S. 25

53 Einträge << 1 - 10

Sortiert nach: