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Wort sind nicht meine Sprache

Autor/in:
Aidan Chambers 
Übersetzung:
Aus dem Englischen von Thomas Gunkel 
Verlag:
Knesebeck 
Publiziert:
2013 
ISBN:
3-86873-507-0 
Seiten:
300 S. 
Schlagwörter:
Briefe | Liebe | Sprache 

Rezension

Karl müsste sich verbiegen, um seine neue Freun­din Fiorella zufriedenzustellen. Die 17-jährige ist eine Leseratte mit schriftstellerischen Ambitionen und glaubt, dass man einen Menschen am besten kennen lernt, wenn man liest, was er schreibt. So möchte sie von Karl in Form von Briefen erfahren, was er unter Liebe versteht. Für den aufgeweckten Klempnerlehrling zäh­len Taten jedoch mehr als Worte. Das hat auch damit zu tun, dass er Legastheniker ist – was er Fiorella bisher verschwiegen hat.
Um eine kreative Lösung ist der Verliebte allerdings nicht verlegen. Kurzerhand sucht er jenen Schriftsteller auf, von dessen Jugendbüchern Fiorella stets geschwärmt hat. Vielleicht kann der ihm helfen, die richtigen Worte zu finden. Der ältere Autor, der seit dem Tod seiner Frau nichts mehr zu Papier gebracht hat, reagiert zuerst abweisend, freundet sich aber bald mit dem sensiblen jungen Mann an. Bei gemeinsamen Ausflügen und in zögerlichen Gesprächen findet das unglei­che Paar eine Sprache, in der die Lücken zwischen den Sätzen mehr offenbaren als wortreiche Erklärungen. Dass es mit dem Unternehmen Ghost­writing nicht klappen kann, wird bald klar. Als Fiorella hinter die arglose Täuschung kommt, fühlt sie sich hintergangen und setzt ihrerseits den Schriftsteller unter Druck.
Aidan Chambers – wie sein namenloser Ich-Erzähler weit über siebzig – schlägt mit seinem Jugendbuch eine Brücke zwischen Generationen und verwebt Dialoge, E-Mails und Textentwürfe zu einer stim­migen Geschichte über Rückzugsorte, Rituale und die Kunst des Lebens.
Daniel Ammann
Buch & Maus 3/2013, S. 35

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