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Frische Fische

Autor/in:
John Kilaka | Anna Katharina Ulrich 
Übersetzung:
Aus dem Kisuaheli von Christine Hatz. 
Verlag:
Atlantis 
Publiziert:
2001 
ISBN:
3-7152-0451-6 
Seiten:
unpag. 
Schlagwörter:
Frauen in anderen Kulturen | Gerechtigkeit 

Rezension

Mit viel Witz und Humor erzählt der tansanische Künstler John Kilaka die Fabel von Sokwe Schimpanse und Hund, dem Fischdieb, in farbenprächtigen Bildern.
Sokwe Schimpanses Ausbeute beim Fischfang ist so gross wie schon lange nicht mehr. Deshalb will er die Fische auf dem Markt verkaufen. Am nächsten Morgen geht die Reise per Lastwagen los. Immer wieder versucht Hund, Sokwe Schimpanse zu überlisten. Und schliesslich gelingt ihm die böse Tat. Löwe, der den Raub verhindern will, bricht sich dabei ein Bein. Die Marktfahrer landen mit dem Patienten im Krankenhaus, wo Löwe notdürftig wieder zusammengeflickt wird. Zurückgekehrt ins Dorf wird dem Bösewicht der Prozess gemacht. Hund und seine Familie müssen den grössten Teil der geplanten Baumpflanz-Aktion übernehmen. Und am Abend gibt es ein grosses Versöhnungsfest. Die ironische Darstellung eines dörflichen Alltags mit all seinen Querelen und Intrigen in Form einer Fabel wurde von John Kilaka auf ruhigen Tafelbildern festgehalten, in denen es viel zu entdecken gibt. Dem Bildbetrachter eröffnet sich über die humorvolle und empathische Art und Weise der Bilddarstellung ein überzeugender Einblick in eine einerseits fremde und doch auch wieder so bekannte Welt. Sitten und Gebräuche sind zwar überall verschieden, menschliche Eigenschaften aber sind überall gleich!
RUTH FASSBIND-EIGENHEER

Rezension 2

Sokwe hat viele Fische gefangen. Er freut sich auf das fette Sümmchen, das er dafür einlösen wird. Aber Hund hat Lust auf diese Fische. Immer wieder will er zuschnappen. Auf dem Markt gelingt es ihm schliesslich, mit den Fischen abzuhauen. Löwe hat ihn beobachtet, doch fällt er über einen Korb, bricht sich das Bein und muss ins Krankenhaus gebracht werden. Dort kann Frau Häsin gerade noch verhindern, dass Doktor Frosch eine Amputation vornimmt. Später wird Hund mit vollem Bauch im hohlen Baobab-Baum entdeckt und vor Gericht gebracht. Zur Strafe muss er ein grosses Feld Bäume pflanzen. Danach wird Friede geschlossen und ein Fest gefeiert.
Der Einblick in eine - hier afrikanische - Gesellschaft wird über die Tierwelt gegeben. Beim Betrachten der farbenfrohen, in naivem Stil, aber sehr lebendig gemalten Figuren entdeckt man, dass die Frauen das Geschehen lenken und bestimmen. Die Männer, obschon in leitender Stellung als Ärzte, Richter, Wagenheber wirken eher tolpatschig. Die feine Satire spielt nicht nur auf die afrikanische Gesellschaft an.
HELENE SCHÄR

Ein Buchtipp aus "weiterfliegen. Empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher", einem 2008 abgeschlossenen Projekt der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich und des SIKJM. Die rezensierten Bücher zeichnen ein differenziertes Geschlechterbild und zeigen Mädchen und Buben frei von Rollenklischees.

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