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Die CD-ROM mit der Maus 3

Autor/in:
 
Übersetzung:
 
Verlag:
Tivola 
Publiziert:
2001 
ISBN:
3-89887-003-0 
Seiten:
1 CD-ROM 
Schlagwörter:
Rätsel | Spiel | Kreativität | Fernsehen | Reime | Medien 

Rezension

Die Maus selber ist, auch wenn sie uns schon real erscheint, immer noch eine mediale Figur. Genial erfüllt sie seit 30 Jahren ihre Aufgabe, Kindern und Erwachsenen Sachwissen zu vermitteln und ihre Zuschauer zur Kreativität anzustiften.
Was stünde ihr als Medientier somit besser an, als zu vermitteln, wie ihr Medium gemacht wird? Auf dieser CD-ROM erklärt sie, wie Bilder animiert werden, und ermöglicht den NutzerInnen, ihre Trickfilmsequenzen selber zu machen. Eine einfachere Vorübung ist das Filmpuzzle. Da gilt es, acht Einzelbilder in die richtige Reihenfolge zu bringen. Wer das schafft, kann diese Abfolge animiert abspielen; das heisst, es kommt Bewegung ins Spiel: die Maus klettert beispielsweise am Trinkglas hoch. Recht anspruchsvoll wird es in der Trickfilmwerkstatt. Hier wählen wir einen Darsteller, Hintergrundbilder und Geräusche aus und machen unseren Trickfilm selbst. In den Basteltipps findet sich alles, was es für eine richtige Kinovorführung braucht: von der Eintrittskarte über das Programmheft bis zum Popcornrezept gibt es Vorlagen zum Ausdrucken. In der Spielekiste kann man ein Reimdiplom erwerben und sich als Haus- und Hofdichter in Sachen Endsilbenreime beweisen. Und wer sich erfolgreich durch den erhellenden Film «Wie ein Bleistift entsteht» durchgearbeitet hat, der kann im «Bleistift-Fang-Spiel» seine Geschicklichkeit testen. Mit Nulli und Priesemut kann man einen Möhren- kuchen backen und mithelfen, dass beispielsweise erst mal eine Vogelscheuche die Krähen aus dem Möhrenbeet vertreibt. Wie immer gibt es auch einige Mausspots zu betrachten, und so sorgt diese CD-ROM für ganz schön viele Abenteuer, für Spass und Wissenszuwachs. Dieser Titel fordert Medienarbeit geradezu heraus. Hier können Kinder reichlich Medienkompetenz erlangen: sie wissen, wie Trickfilme produziert werden, und erleben eine CD-ROM, die ihre medienspezifischen Fähigkeiten nutzt. Der Maus sei Dank – sie war schon immer ein kluges Medientier!

Rezension 2

Kinder sind grundsätzlich neugierig und lernbereit; ihr Interesse erstreckt sich quer durch alle Wissensgebiete. Werden sie dazu von einer Maus begleitet, lassen sie sich besonders gern durch Neuland führen. Die unbestrittene Königin unter den pädagogischen Nagern heisst ganz einfach «Maus», wurde vor 31 Jahren im Fernsehen geboren, wo sie immer noch heimisch ist. Mittlerweilen ist sie auch in neuen Lebensräumen anzutreffen, so etwa in einer ansprechenden Klavierschule für kleine Tastenlöwen oder – bereits zum dritten Mal – auf einer CD-ROM.
Auf der jüngsten Scheibe empfängt uns die Maus in ihrem Filmstudio, wo sich hinter den Requisiten und technischen Apparaten Spiele, Bastelanleitungen, eine Sach- und eine Spielgeschichte sowie das eigentliche Kernstück dieser CD-ROM verstecken, das «Maus Fernsehstudio».
Schleckmäuler werden sich erst einmal auf die im Vordergrund stehende Bonboniere stürzen und eine farbige Zuckerkugel schnappen. Prompt wird man mit einer Quizfrage konfrontiert; für die richtige Antwort gibt es ein Element fürs Maus-Filmstudio. Da kann man schon auf den Geschmack kommen und wird als Wiederholungstäter abermals belohnt – allerdings hört der Punktesegen schnell auf, denn die anderen Teile des Pappkinos, das als Gewinn in Aussicht gestellt wird, sind selbstverständlich anderswo versteckt. Zum Beispiel am Ende der Sachgeschichte, in der ein Filmbeitrag veranschaulicht, wie die Mine in den Bleistift kommt. Hier sitzt man nun nicht einfach staunend und Bonbons lutschend vor der Glotze, sondern ist eingeladen, aktiv an der Entstehung eines Bleistiftes teilzunehmen, indem man etwa die richtigen Zutaten für die Mine in einen Trichter schüttet. Fürs Aufpassen und Mitdenken gibt es am Schluss wieder ein Bauteil für das Maus-Filmstudio.
Dieselbe Belohnung winkt uns, wenn wir Nulli und Priesemut besuchen und ihnen beim Warten die Zeit verkürzen. Hase und Frosch harren nämlich darauf, dass die Karotten wachsen, damit sie sich einen feinen Möhrenkuchen backen können. Nach drei Runden «Zeitvertreibespiel» (das man zu zweit oder gegen den Computer spielen kann) und dem Basteln einer Vogelscheuche ist es dann soweit: Rezept ausdrucken und ab in die Küche.
Die auf der Entdeckungsreise durch die CD-ROM gefundenen Spiele werden übrigens in einer Spielkiste abgelegt und können – in zwei Schwierigkeitsstufen – jederzeit wieder gespielt werden. Neben Varianten von bekannten Spielen wie dem Zeitvertreibespiel («Vier gewinnt») sticht vor allem ein pfiffiges Reimspiel hervor, bei dem man ein Dichterdiplom erwerben kann.
Wer selbst eine Theater- oder Zirkusvorführung inszenieren möchte, findet in der Bastelkiste Tipps fürs Gestalten von Eintrittskarten oder Programmheften bis hin zu Anleitungen für das Herstellen von Jonglierbällen oder Popcorn.
Wagt man den Klick ins Fernsehstudio, tut gut daran, dies nicht fünf Minuten vor dem Abendessen zu tun. Um in der Animationswerkstatt oder im Trickatelier ein ansprechendes Kurzfilmchen zu gestalten, braucht man schon etwas Übung und ausreichend Zeit. Eine kurze Einstimmung ins Metier bietet das Filmpuzzle, in dem eine Anzahl Bilder in der richtigen Reihenfolge in einen Filmstreifen eingelegt werden müssen. Das Resultat kann vor- und rückwärts oder in einer Endlosschlaufe betrachtet werden.
Schwieriger wird es beim Herstellen von Zeichentrickfilmen (Trickatelier) oder von vertonten Bewegungsabläufen (Animationswerkstatt). Hier will jedes Bild aufgebaut und gestaltet werden und zwar unter Einbezug verschiedener Elemente wie Hintergrund, Figuren mit ihren Bewegungen, Tönen und Geräuschen. Die zahlreichen angebotenen «Fertigelemente», die in Grösse und Ausrichtung variiert und mit eigenen Zeichnungen und Schriftelementen ergänzt werden können, erlauben unzählige Kombinationsmöglichkeiten. Technisches Know-how alleine genügt aber nicht. Um einen stimmigen Trickfilm zu gestalten, sind auch Vorstellungskraft und Geduld gefragt. Auch wer schon tausend Trickfilme gesehen hat, wird überrascht sein, wie schwer es ist, nur schon 50 Bilder so zu gestalten, dass daraus ein sehenswertes Filmchen entsteht. Wer dann mit dem Resultat zufrieden ist, kann sein Werk in einem Kino abspielen und es vom bequemen Kinosessel aus betrachten. Die eigenen Filme können abgespeichert und jederzeit wieder abgespult werden.
Einmal mehr gelingt es dem Moderator und Spielleiter Armin Maiwald mit seiner unkomplizierten, zupackenden Art kleine und grosse Maus-Fans an die unterschiedlichen Aufgaben zu fesseln.
Thomas Hermann

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