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Oh nein, Paul!

Autor/in:
Chris Haughton 
Übersetzung:
Aus dem Englischen von Stephanie Menge 
Verlag:
Sauerländer 
Publiziert:
2012 
ISBN:
3-411-80980-9 
Seiten:
32 S. 
Schlagwörter:
Erziehung | Hunde | Kinderalltag 

Rezension

Was für ein hinreissender Held: Schlapp­ohren, Spitzschnauze, Kulleraugen – und brav will er auch noch sein! Das verspricht er jedenfalls hoch und heilig, als sich sein Herrchen verabschiedet und Paul alleine in der Wohnung lässt. Doch so ein Hund hat nun mal furchtbar viele Hobbys, und Buddeln, Katze jagen und Kuchen fressen gehören unbedingt dazu. Am Ende hat der gute Paul ein ziemliches Chaos produziert und gelobt zerknirscht Besserung. Ob er sich beim folgenden Spaziergang zusam­menreissen und allen herrlichen Versu­chungen widerstehen kann? Erst klappt alles bestens, dann aber sticht Paul just das in die Nase, was er auf der Welt am allerliebsten mag: ein gut gefüllter Mülleimer...
Auch das zweite Bilderbuch des 1978 in Dublin geborenen Zeichners Chris Haugh­ton strotzt vor Situationskomik und Herz, spricht es doch allen Knirpsen in ihrem täglichen Kampf ums Bravsein mitten aus der Seele. Mit wenig Worten und doppel­seitigen, am Computer gestalteten Illustrationen setzt Haughton die Geschich­te stimmungsvoll in Szene: Monochrome, leuchtendfarbige und klar konturierte Flä­chen puzzeln sich zu plakativen Schau­plätzen zusammen, in denen die im Co­mic­stil gezeichneten Protagonisten umwerfend komisch und bei aller Reduktion auch sehr ausdruckstark agieren.
Dabei steckt der Witz meist zwischen den Seiten, punktgenau im Moment zwi­schen Absehbarkeit und Überraschung: Wenn Paul ganz brav und übergross auf der Seite sitzt, während ihm das wilde Leben schon wie­der aus den Augen blitzt, dann erübrigt sich die Frage «Was wird Paul tun?» fast von selbst. Aber eben nur fast!
Marion Klötzer, Buch&Maus 2/2012, S. 23

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