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Die Flucht. Cassia & Ky 2

Autor/in:
Ally Condie 
Übersetzung:
Aus dem amerikanischen Englisch von Stefanie Schäfer.  
Verlag:
Fischer FJB 
Publiziert:
2012 
ISBN:
978-3-8414-2144-9- 
Seiten:
458 S. 
Schlagwörter:
Krieg | Liebe | Future Fiction 

Rezension

Nach dem Paarungsdesaster im ersten Band («Die Auswahl») finden sich Ally Condies TitelheldInnen Cassia und Ky in der Fortsetzung in Arbeitslagern wieder. Cassia soll nach verbüsster Strafe wieder in die Gesellschaft integriert werden und Xander heiraten. Ky wird zusammen mit anderen «Aberrationen» (wie Delin­quen­ten und Dissidenten genannt werden) in die Äusseren Provinzen geschickt, wo sie in potemkinschen Dörfern ländliches Le­ben vortäuschen und als Lockvögel für feindliche Angriffe dienen. Cassias Entschluss, Ky wiederzufinden, wächst, als sie auf die Spur einer geheimen Widerstandsbewegung stösst. Sie schmug­gelt sich an Bord eines Luftschiffes und gelangt ebenfalls ins Kampfgebiet.
Während «Die Auswahl» den Überwachungsstaat mit Gedan­ken­polizei à la Orwells «1984» und Vergan­genheitsver­nichtung im Stil von Brad­burys «Fahren­heit 451» he­rauf­­be­schwör­te, bleibt die Han­d­lung im zweiten Band kraftlos. Cassia und Ky können zwar flie­hen und finden vorübergehend zusam­men, aber während sie mit Gleichgesinnten durch trostlose Canyons irren und nach Resten der Prä-Gesellschaftszeit suchen, kommt die Geschichte nur schlep­pend voran. Obwohl Condie kapitelweise Cassia und Ky zu Wort kommen lässt, um für dramati­sche Spannung zu sorgen, sind die beiden Erzählstimmen kaum zu unterscheiden. Trotz Tennyson- und Dickinson-Gedich­ten fehlt die Poesie, und bei aller Geheimnistuerei und aufgesetzter Symbolik wirkt die Sprache forciert und farblos. Bleibt zu hoffen, dass die Trilogie doch noch mit einem fulminanten Finale aufwartet.
Daniel Ammann, Buch & Maus Heft 1/2012, S. 35

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