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Was siehst du, wenn du aus dem Fenster schaust?

Autor/in:
Beatrix Schnippenkoetter (Text) | Antje Damm (Illustration) 
Übersetzung:
 
Verlag:
Campus 
Publiziert:
2011 
ISBN:
3-593-39236-4 
Seiten:
246 S. 
Schlagwörter:
Fragen | Kinderalltag | Kulturen, verschiedene 

Rezension

«In wen würdest du dich gerne für einen Tag verwandeln?» Die Kinder, die Beatrix Schnippen­koetter fragte, hatten sofort ih­re Antwort parat: Als Elfe wollten sie die Welt verän­dern, das Leben als Del­fin ge­nies­sen oder sich, wie die 13-jährige Devi­na, gar in eine Ter­ror­istin verwan­deln, um zu verste­hen, «wie sie denken und warum sie Krieg füh­ren».
So originell und abwechs­lungs­reich, wie die Kinder zwischen 7 und 13 Jahren auf die Fragen der Politologin und Künstlerin Beatrice Schnippenkoetter antwor­ten, liest sich die daraus ent­stan­dene Fra­ge­bogen-Sam­mlung. Speziell ist die bunte Mischung. Während fünf Jahren befragte Schnippenkoetter 99 Kin­der, die zwar alle in Berlin, aber in unterschie­dlichen sozia­len Kontexten le­ben, aus verschiedenen Kul­turen stam­men und zu Hause oft meh­rere Spra­chen sprechen. Doch haben sie ähnli­che Wün­sche, wenn es um ihre Fami­lie geht: Sie suchen Geborgenheit, Liebe und Aner­ken­nung. Fragen wie: «Was macht dich glü­ck­lich?», «Wovor fürchtest du dich?» oder «Wenn du Gott eine Frage stel­len könn­test, wel­che wäre das?» wer­den auf erfrischende Weise beantwortet. «Die Kinder ha­ben ein Gespür für grosse philo­so­phi­sche Fragen und immer eine Mei­nung, die sie ungefiltert sagen», stellt Schnip­­­penkoetter im Rückblick fest.
Stich­­­­worte aus den Antworten hat sie aufgegriffen und dazu hervorragende In­fo­texte geschrieben. Kind­ge­recht formu­liert kommen so nicht nur Themen wie Ta­schen­­­geld, Heimweh und Mobbing zur Spra­­­­­che, sondern auch Ter­ror­­ismus, Wirklichkeit, Sterben, Fan­tasie und Freundschaft. Wer will, kann im Selbst­test als Erwachsene/r den Frage­bo­gen ausprobieren und die Reise in die eigene Kind­heit antre­ten. Der Ap­pell am En­­de lau­tet, das Leben zu nut­zen – auch, wenn es kein Pippi-Langstrumpf-Leben nach dem Mot­to «Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt» ist.
Claudia Kursawe
Buch&Maus Heft 3/2011, S. 32

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