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Mein Herz so wild

Autor/in:
Jane Eagland 
Übersetzung:
Aus dem Englischen von Ingrid Weixelbaumer 
Verlag:
dtv premium 
Publiziert:
2010 
ISBN:
978-3-423-24839-6 
Seiten:
447 S. 
Schlagwörter:
historischer Roman | England | Überleben | Frauen in der Geschichte | Wahnsinn 

Rezension

Die wenig angepasste Louisa Cosgrove träumt von einer Karriere als Ärztin – gesellschaftlich unmöglich im streng viktorianischen England. Ihr Vater hält als einziger zu ihr, doch nach seinem Tod wandelt sich ihr Traum in einen Albtraum. Unter dem Vorwand, seine Schwester bei Freunden unterbringen zu wollen, schickt Louisas Bruder die junge Frau aufs Land. Doch statt auf dem Anwesen der Freunde findet sich Louisa unter dem Namen Lucy Childs in einer Heilanstalt für Geisteskranke wieder. All ihre Beteuerungen, zu Unrecht dort untergebracht worden zu sein, werden als weitere Bestätigung ihrer Geisteskrankheit gewertet. Als sich Louisa in ihrer Verzweiflung über die offensichtliche Ausweglosigkeit ihrer Lage körperlich wehrt, wird sie als aggressiv eingestuft und auf die geschlossene Abteilung fünf verlegt.
Jeglicher Privilegien enthoben, ohne die Möglichkeit, sich zu waschen, anständig zu ernähren oder gar geistig zu beschäftigen, droht sie tatsächlich dem Wahnsinn zu verfallen. Eine einzige Aufseherin hält zu ihr und versucht herauszufinden, wer hinter der Einweisung steckt. Was sie dabei herausfindet, ist so ungeheuerlich, dass Louisas alter Kampfgeist wieder geweckt wird: Sie muss es schaffen, aus der Anstalt zu fliehen und die Verantwortlichen zur Rede stellen.
In ihrem Debütroman zeichnet Jane Eagland das verstörende Bild einer sittenstrengen Zeit, in der Männer davon überzeugt sind, zu viel Lesen würde bei Frauen über kurz oder lang zu einer Entzündung des Gehirns mit schlimmsten Folgen für ihren Geisteszustand führen. Gleichzeitig wurden in London die ersten Studiengänge für Frauen eingerichtet. Spannend, beklemmend und atmosphärisch dicht erzählt die Autorin die unglaubliche und doch so glaubhafte Geschichte ihrer Protagonistin, die ein überraschendes Ende nimmt.
Maren Bonacker
Buch&Maus Heft 1/2011, S. 30

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