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Dornrose. Die Geschichte meiner Grossmutter

Autor/in:
Jane Yolen 
Übersetzung:
Aus dem Englischen von Ulrike Nolte 
Verlag:
Bloomsbury 
Publiziert:
2010 
ISBN:
3-8270-5305-6 
Seiten:
282 S. 
Schlagwörter:
Erwachsenwerden | Holocaust | Lebensgeschichte 

Rezension

Solange Rebecca sich erinnern kann, erzählte Gemma ihren Enkelinnen das Mär­chen von Prinzessin Dornrose. Dass mit Gem­mas “Dornröschen”-Version etwas nicht stimmt, merken Rebecca und ihre Schwestern erst, als sie längst erwachsen sind. In der Erzählung ihrer Grossmutter sind die Dornen spitz wie Lagerdraht, die böse Fee trägt silberne Adler auf dem Hut und Prinzessin Dornrose erwacht als Ein­zi­ge im Schloss aus dem 100-jährigen Schlaf. Auf dem Totenbett gesteht Gemma, dass sie Dornröschen sei. Ihren letzten Wunsch richtet sie an Rebecca: Sie soll das Schloss im Dornenwald suchen.
Rebeccas Verwirrung steigert sich noch, als die Familie eine Truhe mit unbekann­ten Dokumenten und Fotos findet. Es wird klar, dass niemand weiss, wo Gemma herkommt oder wie sie mit richtigem Namen hiess. Sicher scheint nur, dass sie 1944 in die USA flüchtete. Rebecca macht sich auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Gross­mutter. Die Reise führt sie nach Po­len. Im Vernichtungslager Chelmo wurden die Gefangenen in einem alten Schloss un­tergebracht. Doch niemand ist je lebend aus Chelmo herausgekommen.
Jane Yolen ist mit “Dornrose” – erstmals 1992 unter dem Titel “Briar Rose” in New York erschienen – ein berührender und äus­serst lesenswerter Jugendroman über den Holocaust gelungen. Mit dem Mär­chen “Dornröschen” spinnt sie den roten Faden durch die Geschichte, in der Rebec­ca die Vergangenheit ihrer Grossmutter sucht. Der Spannungsaufbau macht es fast unmöglich, das Buch wegzulegen. Re­bec­cas Reise nach Polen bringt Unerwar­tetes zutage. Man bleibt erschüttert zurück.
Helene Mühlestein

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