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Unser allerbestes Jahr

Autor/in:
David Gilmour 
Übersetzung:
Aus dem Englischen von Adelheid Zöfel. 
Verlag:
Fischer 
Publiziert:
2009 
ISBN:
3-10-027819-4 
Seiten:
254 S. 
Schlagwörter:
Väter und Söhne | Bildung | Erziehung | Vertrauen | Filmgeschichte 

Rezension

In seinem Roman “Unser allerbestes Jahr” blickt der kanadische Autor und Fernsehjournalist David Gilmour auf drei bewegende Jahre seines Lebens zurück. Als Sohn Jesse mit fünfzehn miserable Noten einfährt, dem Unterricht fernbleibt und seine Hausaufgaben vernachlässigt, stellt der Vater ihm frei, die Schule aufzugeben und zu Hause zu bleiben. Jesse muss über dieses verlockende Angebot nicht lange nachdenken. Aber die Abmachung ist an zwei Bedingungen geknüpft. Erstens: keine Drogen. Zweitens: Die beiden schauen sich jede Woche gemeinsam drei Filme an, die der Vater auswählt.
Von der Nouvelle Vague (auch Truffaut hatte die Schule geschmissen) über Hollywood bis zu trashigen Horrorstreifen und anderen Geschmacksverirrungen arbeiten sich Vater und Sohn querbeet durch die Filmgeschichte. Das blaue Sofa, auf dem sie unzählige Nachmittage vor dem Bildschirm verbringen und über Filme und das Leben plaudern, wird zum intimen Bildungsort. Die prägnanten Einführungen des Vaters und kurzweilige Anekdoten aus der Kinowelt sind überaus erfrischend. Weit mehr geht es in dieser persönlichen Geschichte jedoch um Erziehungsfragen, Vertrauen, Liebe und Freundschaft.
Gilmour erzählt mit anrührender Offenheit, viel Selbstironie und Humor. Die Lektüre mit Happy End weckt Lust, sich den ungewöhnlichen Kanon selbst vorzunehmen, mehr noch: sich den einen oder anderen der 120 Filme mit einem Teenager anzuschauen und Vertrautes aus einer neuen Perspektive kennen zu lernen.
Daniel Ammann

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