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Ich, Adrian Mayfield

Autor/in:
Floortje Zwigtman 
Übersetzung:
Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. 
Verlag:
Gerstenberg 
Publiziert:
2009 
ISBN:
3-8369-5200-9- 
Seiten:
505 S. 
Schlagwörter:
Erwachsenwerden | historischer Roman | Identität | schwule Identität | Künstlerroman 

Rezension

London, 1894. Der Rausschmiss ist für Adrian zwar ein Desaster, doch er hätte es nicht eine Minute länger bei dem geizigen griechischen Herrenschneider ausgehalten. Auf die Strasse gesetzt und ohne Geld, findet er Unterschlupf bei Trops, einem schrillen Kunstmaler, und beginnt für ihn Modell zu sitzen. Allmählich eröffnet sich Adrian Mayfield eine Welt, von der er nur geträumt hatte: In den illustren Kreisen der englischen Gesellschaft begegnet er den berühmtesten Künstlern um die Jahrhundertwende, allen voran dem Autor Oscar Wilde. Fasziniert vom Witz, der Intelligenz und dem Savoir-vivre dieser Männer, findet Adrian Gefallen an der Welt der Dekadenz, des Glamours und des Scheins, schliesst aber auch Bekanntschaft mit zwielichtigen Gestalten, die ihn die Schattenseiten dieses Lebens erfahren lassen.
Dass er darüberhinaus noch Männer liebt, macht es für ihn, den Ostlondoner Aufsteiger, nicht einfacher. Trotz wilden Festen im Café Royal, vermisst er wirkliche Freunde und allmählich auch Liebe. Erst als er dem scheuen Künstler Vincent wirklich begegnet, öffnet sich auch die Tür zu seinem wahren Ich. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2009, zeigt sich der Roman der niederländischen Kultautorin als impressionistisches Meisterwerk. Ein Bild-Text-Konglomerat, welches die Seelenzustände eines Siebzehnjährigen wiederzugeben vermag und die LeserInnen mit den Selbsteinsichten des Protagonisten immer wieder überraschende Wendungen erleben lässt. Es ist ein Märchen, ein Geschichtsbuch, eine Biografie, in welcher die Suche nach sich selbst im Zentrum steht. Ein Wälzer, der für ältere Jugendliche und Erwachsene das Zeug zu einem Klassiker hat.
Petra Bäni

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