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Mein kleines grosses Leben

Autor/in:
Holly-Jane Rahlens 
Übersetzung:
Aus dem Amerikanischen von Kattrin Stier. 
Verlag:
Rowohlt 
Publiziert:
2008 
ISBN:
3499214466 
Seiten:
272 S. 
Schlagwörter:
Liebe, erste | Mädchenfreundschaft | Pubertät | USA | 1960er 

Rezension

New York, Anfang der 1960er-Jahre. Die Zeit von Petticoats und Steghosen, kunstvollen Bienenkorb-Frisuren und Pomadentollen, selbst gebastelten Lockenwicklern, Transistorradios und Schwarzweissfernsehen, den “Beach Boys”, “Crystals” und “Drifters”. Susie B. “die Strahlende” Scheinwald und ihre Freundinnen Becky “die Verwegene” Beckstein, Judy “die Gläubige” O’Reilly und Elaine “die Vorsichtige” Silverman leben im Stadtteil Queens und verbringen fast jede freie Minute miteinander. “Ich war mal ein hübsches Kind”, erzählt Susie über sich, “aber jetzt spielen meine Haare verrückt, meine Hüften wachsen schneller als mein Busen, auf meiner Stirn spriessen Pickel ...” Doch damit nicht genug, muss sie wegen eines leichten Gehfehlers auch noch die hässlichsten orthopädischen Schuhe tragen, die sich eine Dreizehnjährige nur vorstellen kann. Das ist alles andere als hilfreich, wenn man wie die meisten Mädchen der Schule für Mark “Lover Boy” Lieberman schwärmt und alles für ein Date mit dem gut aussehenden Kapitän des Basketballteams geben würde.
“Es war eine magische Zeit, und wir standen alle unter ihrem Bann”, lässt die seit fast fünf Jahrzehnten in Berlin lebende Autorin ihre Protagonistin in einem fiktiven Nachwort “vier Jahrzehnte und fünf Jahre später” zusammenfassen. Ein bisschen ist es auch ihre eigene Jugend, die Rahlens mit Ironie, einem unverwechselbaren, das Leben bejahenden Humor und grosser Nähe zu den Figuren wieder aufleben lässt, indem sie von besten Freundinnen, der ersten Liebe und Problemen mit den Eltern erzählt. Ein Buch, das einen voll und ganz in eine vergangene Zeit eintauchen lässt und dabei Generationen verbindet – in Susie kann sich die heute Gleichaltrige ebenso wiedererkennen wie deren Mutter oder Grossmutter.
Andrea Duphorn

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