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Zarah

Autor/in:
Zoran Drvenkar (Text) | Martin Baltscheit (Illustration) 
Übersetzung:
 
Verlag:
Bloomsbury 
Publiziert:
2007 
ISBN:
978-3-8270-5249-0 
Seiten:
32 S. 
Schlagwörter:
Angst | Mädchen, mutige | Monster | Schule/Gruppe 

Rezension

Zarah ist die Freundin “dazu”, das fünfte Rad am Wagen. Das bekommt sie von ihren Freundinnen auch auf einem Ausflug in den Wald zu spüren, wo ihr das Fürchten beigebracht werden soll. Der Wald ist schrecklich dunkel und modrig und unendlich tief. Die vier Freundinnen singen laut “Lalala”, um dem Unheimlichen etwas entgegenzuhalten, sie “schütteln sich vor Grauen”, wenn sie Zarah schaurige Geschichten erzählen vom Räuberhauptmann Raddek, der gehängt wurde und noch immer irgendwo an einem Ast baumelt. Vom Lindwurm Raskoff, der fünf Köpfe hat und zwanzig Beine und alles frisst, was atmet. Oder vom Erdteufel Lappowick, der Leute zu unterirdischer Hausarbeit entführt. Zarah bleibt ganz cool. Ein “Ach” ist alles, was man von ihr hört, und dann guckt sie sich neugierig um. Als die Vampirin Kattinka um die Köpfe der Freundinnen flitzt, rennen sie aufgeschreckt davon. Zarah geht nach Hause, wo in der freundlichen Stube ausser Raddek all die Monster auf sie warten, die ihre Freundinnen im Wald heraufbeschworen haben.
Martin Baltscheits Bilder ziehen die Betrachtenden mit in den Wald hinein. Der Wechsel zwischen textlosen Doppelseiten, die zum Verweilen und Monstersuchen (oder sind die Monster einfach nur Bäume, die im Dunkel des Waldes zu Ungeheuern werden?) einladen, und Textseiten, auf denen die Akteurinnen comicartig und mit viel Farbe ins Bild gesetzt sind, verleiht dem Buch viel Dynamik. Am Schluss sitzt Zarah mit einem Lachen auf den Stockzähnen am Tisch und isst Eierkuchen (mit richtigen Ostereiern darauf). Sie denkt an den Räuberhauptmann Raddek. Vielleicht hat er ihre Begleiterinnen abgepasst.
Eine Geschichte über falsche Freundschaft und ein souveränes Mädchen, das seine Monsterfreunde im Rücken weiss, sie aber nicht ins Spiel bringen muss. Zum Vorlesen für Kinder ab dem Kindergarten.
Christine Tresch

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