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Elses Geschichte. Ein Mädchen überlebt Auschwitz

Autor/in:
Michail Krausnick | Lukas Ruegenberg (Illustration) 
Übersetzung:
Nachwort von Romani Rose. 
Verlag:
Patmos 
Publiziert:
2007 
ISBN:
978-3-7941-6114-0 
Seiten:
72 S. 
Schlagwörter:
Holocaust | Identität | Minderheit | 2. Weltkrieg 

Rezension

Eine wahre Geschichte ist es, eine sehr traurige, „doch auch traurige Geschichten wollen erzählt sein“. Sie handelt von Else, einer Primarschülerin, die nicht weiss, dass sie nicht das „richtige“ Kind ihrer Eltern ist, und es dann brutal erfährt. Sie ist nämlich „Viertelzigeunerin“ und bloss das Pflegekind der Familie Matulat, und eines Nachts wird sie abgeholt von „Ledermantelmännern“, zu „Z10540“ gebrandmarkt und an einen Ort gebracht, in dem Hunger, Tod und Grausamkeit herrschen. Sechs Monate verbringt sie in Konzentrationslagern, sieht viel, versteht wenig und leidet, weint, träumt und hofft, wird hart und stumm. Eine Weile kümmert sich eine „Aufpasserin“ um sie und bewahrt sie vor dem „Tor zum Himmel“-Schornstein, und Vater Matulat versucht alles, um Else heraus zu holen – was ihm schliesslich glückt. Heutige LeserInnen erfahren, über historische Tatsachen hinaus, wie willkürlich und blind Gewalt ist, was Feigheit und Courage bedeuten und wie lange erlittenes Leid nachwirkt: Elses weiteres, seelisch und körperlich versehrtes Leben, wird nämlich in sachlichen Einschüben referiert. Die Lektüre ist trotz Lukas Ruegenbergs stiller Bilder hart; zum Glück schreibt der Untertitel Elses Überleben von Anfang an fest.
Verena Stössinger

Ein Buchtipp aus "weiterfliegen. Empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher", einem 2008 abgeschlossenen Projekt der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich und des SIKJM. Die rezensierten Bücher zeichnen ein differenziertes Geschlechterbild und zeigen Mädchen und Buben frei von Rollenklischees.

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