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Das Leben von Anne Frank. Eine grafische Biografie

Autor/in:
Sid Jacobson (Text) | Ernie Colón (Illustration) 
Übersetzung:
Aus dem amerikanischen Englisch von Kai Wilksen 
Verlag:
Carlsen 
Publiziert:
2010 
ISBN:
978-3-551-79185-6 
Seiten:
160 S. 
Schlagwörter:
Holocaust | Tagebuch | Graphic Novel 

Rezension

Das Leben Anne Franks als Comic, oder als «Grafische Biografie» darstellen – darf man das? Ohne das vielschichtige Thema zu vereinfachen? Ja, sagten sich die beiden Amerikaner Sid Jacobsen und Ernie Colòn. Und der Direktor des Anne Frank Hauses, Hans Westra, wusste: «Mit einer Graphic Novel werden wir mehr Jugendliche erreichen.» Zudem wurde jedes Bild und jede Textzeile von Experten scharf unter die Lupe genommen.
Die Biografie beginnt bereits mit der Heirat von Anne Franks Eltern. Der historische Hintergrund wird ebenfalls durch Bilder visualisiert. Alltagsszenen aus dem Leben der Franks stehen unmittelbar neben politischen Ereignissen, wie dem Aufstieg der Nationalsozialisten, dem Aufbau des Terrorsystems und der Judenverfolgung. Nicht immer ist das leicht zu ertragen und verlangt konzentriertes Lesen und Betrachten.
Trotzdem ist ein überaus lebendiges und authentisches Buch gelungen. Dass dies so ist, verdanken die Macher Anne Frank. Was sie in ihrem Tagebuch aufgeschrieben hat, ist immer noch einzigartig. Mit Talent zum Schreiben erzählt Anne von ihrem Alltag im Versteck, charakterisiert die ebenfalls untergetauchten Mitbewohner, reflektiert über sich selbst, ihre Angst und ihren Lebensmut, ihre Sehnsucht nach Freiheit und Glück. Hier liegt das Herzstück dieser «Grafischen Biografie». Sid Jacobsen wählte mit Bedacht die Schlüsselsätze aus. Illustrator Ernie Colòn schuf mit viel Gespür die passende Bilderwelt. Wenn Anne Frank glücklich verkündet: «Ich weiss, dass ich schreiben kann», und gleich darauf einsam auf dem Dachboden steht und erklärt, warum sie schreibt: «Ich will fortleben, auch nach meinem Tod», fangen die Autoren in nur zwei Bildern die fröhliche als auch die nachdenkliche Seite der Anne Frank ein.
Claudia Kursawe
Buch&Maus Heft 1/2011, S. 33

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