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Rosa Weiss

Autor/in:
Roberto Innocenti (Illustration) 
Übersetzung:
Nacherzählt von Mirjam Pressler. 
Verlag:
Sauerländer 
Publiziert:
2006 
ISBN:
3-7941-5124-0 
Seiten:
32 S. 
Schlagwörter:
Holocaust | Mädchen, mutige | Krieg | Zeitgeschichte | Zivilcourage 

Rezension

Der Titel ist verspielt: zwei Farben als Vor- und Nachname eines Mädchens. Er bedeutet aber auch, dass Rosa etwas weiss. Und darauf kommt es an, denn spielerisch ist dieses Buch ganz und gar nicht. Es erzählt kompromisslos vom Krieg, von Nazigräueln im KZ. Rosa lebt in diesem Krieg, nimmt ihn aber nicht als solchen wahr. Sie erlebt die Euphorie des Kriegsbeginns und bemerkt auch den Stimmungswandel, versteht aber nicht. Offensichtlich redet niemand mit ihr darüber. Auch der Text benutzt die Wörter Krieg, Nationalsozialismus oder Konzentrationslager nicht. Er erzählt von dem, was das Mädchen erlebt: von Soldaten und Panzern, vom kalten Winter, von misstrauischen Blicken und den hinter Stacheldraht immer dünner werdenden Kindern mit dem gelben Stern, denen Rosa jeden Tag nach der Schule Essen bringt – ohne etwas zu verstehen. Die detailreich ausgearbeiteten, hyperrealistischen Bilder zeigen die Sieg-Parolen an den Mauern der bürgerlichen Stadt, Rosas Verlorenheit im Heil-Jubel wie in der Endzeit-Panik und alle Arten von Soldaten: patriotische und kriegsmüde, winkende und hinkende, dann auch Kindersoldaten und schliesslich, bei Rosas letztem Gang zum Stacheldraht, die Soldaten der Gegenseite, die im Nebel auf alles schiessen, was sich bewegt …
Mit neu von Mirjam Pressler nacherzähltem Text ist dieses wichtige Buch endlich wieder lieferbar. Für Kinder verständlich, weil bildlich und emotional erfassbar, wird hier vom Elend des Krieges erzählt und von der richtigen Handelsweise, die in den Tod führen kann.
Bruno Blume

Ein Buchtipp aus "weiterfliegen. Empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher", einem 2008 abgeschlossenen Projekt der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich und des SIKJM. Die rezensierten Bücher zeichnen ein differenziertes Geschlechterbild und zeigen Mädchen und Buben frei von Rollenklischees.

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