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Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis

Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2021

Die fünf nominierten Werke für den Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2021 stehen fest!

Ein Sachbuch, zwei Graphic Novels, ein Kinderroman und ein Bilderbuch sind für den Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2021 nominiert. Die Auszeichnung geht jedes Jahr an ein herausragendes, innovatives Werk aus der Kinder- und Jugendliteratur und ist insgesamt mit 20'000 Franken dotiert. 97 Titel in allen vier Landessprachen aus 62 Verlagen wurden eingereicht. Die Preisverleihung findet am Samstag, 15. Mai um 15 Uhr im Rahmen der Solothurner Literaturtage statt.

Diese fünf nominierten Werke haben die Jury durch ihre Ausdrucksstärke in Text und Bild überzeugt:

 

  • «Bestiaire helvétique» von Marcel Barelli

Dieser Katalog der Schweizer Tierarten wurde mit einem neugierigen, oft humorvollen Blick erstellt. Mittels Schwarz-Weiss-Zeichnungen und kurzer Texte schafft der Autor ein innovatives Werk, das sorgfältig ausgearbeitet und originell zugleich ist; mit einer Fülle an interessanten Informationen, leichtfüssig und witzig illustriert. Das Buch folgt einer persönlichen Ordnung und endet mit einer reichhaltigen Bibliografie. Nicht zuletzt erinnert es uns daran, wie viele Tiere durch die ganz am Schluss vorgestellte Spezies bedroht sind: durch den Homo sapiens.

«Bestiaire helvétique» von Marcel Barelli; Lausanne: EPFL Press 2020

 

  • «Die Farbe der Dinge» von Martin Panchaud

Ein drangsalierter Teenager aus misslichen Verhältnissen landet den grossen Coup, als er mit dem Ersparten seines Vaters auf das richtige Pferd wettet. Jetzt sind erst recht alle hinter ihm her. Diese Graphic Novel stellt Lesegewohnheiten radikal auf den Kopf und erzählt die turbulente Coming-of Age-Geschichte wie ein Videospiel aus Drohnenperspektive. Ein schwindelerregender Parforceritt durch Piktogramme, Infografiken und filmreife Dialoge, der packt und unter die Haut geht.

«Die Farbe der Dinge» von Martin Panchaud; Zürich: Edition Moderne 2020

 

  • «Élise» von Fabian Menor

Élise muss für ihre Lehrerin stets als Sündenbock herhalten. Zum Glück findet sie Trost bei ihrem Hund, mit dem sie alles teilt. Als Chronik alltäglicher Gewalt entfaltet diese Graphic Novel, die zwischen Märchen und Entwicklungsroman angesiedelt ist, das Leben eines Mädchens in einer Zeit, in der Erwachsene noch die Hand gegen Kinder erheben durften. Die Verwendung von Tusche und ihrer verwässerten Nuancen zeigt elegant die Verletzlichkeit, aber auch die Stärke und Widerstandsfähigkeit, die das Kindsein mit sich bringt.

«Élise» von Fabian Menor; Genf: La Joie de lire 2020

 

  • «Lila Perk» von Eva Roth

Mit Überlebensbuch, Zelt und Moskitonetzen machen sich die zwölfjährige Lila und ihr Vater auf eine Abenteuerreise, die sie bis weit in den Osten Europas führt. Der Erzähltext besticht durch den stimmigen Plot und die einfache, aber eingängige Sprache mit einem Schuss Ironie und Witz. Während das Genre des Abenteuerromans gehörig dekonstruiert wird, zieht sich das zentrale Thema der Verarbeitung des Todes der Mutter als roter Faden subtil, feinfühlig und überzeugend durch die Geschichte.

«Lila Perk» von Eva Roth; Wien: Jungbrunnen 2020

 

  • «Lulu in der Mitte» von Micha Friemel und Jacky Gleich

Herrlich, dieses Familienleben mit Vater, Mutter und drei Kindern, das sich in den Illustrationen wie ein Wirbelwind entfaltet. Es wird gespielt, gekocht, getröstet. Erst, wenn man den Text liest, wird klar, dass dieses wilde Gewusel nicht für alle gleich lustig ist. Lulu, das mittlere Kind, fühlt sich zunächst unsichtbar und weiss nicht, wer sie ist. Das dynamische Zusammenspiel zwischen Text und Bild lässt Lulu plötzlich im Rampenlicht erscheinen. Sie entdeckt sich selbst als die goldene Mitte, die Sonne, um die sich alles dreht.

«Lulu in der Mitte» von Micha Friemel (Text) und Jacky Gleich (Illustration); München: Hanser 2020

 

Am Samstag, 15. Mai 2021 um 15 Uhr wird an der Preisverleihung (Moderation: Susanne Kunz) im Rahmen der Solothurner Literaturtage das Siegerbuch bekannt gegeben und alle AutorInnen und IllustratorInnen der nominierten Werke werden geehrt.

Im Sommer und Herbst sind zudem Lesungen mit den IllustratorInnen und AutorInnen geplant.

Getragen wird diese nationale Auszeichnung für Kinder- und Jugendbuchschaffende vom Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV, von den Solothurner Literaturtagen und vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM.

Weitere Informationen zur Jury und zum Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2021 finden Sie auf Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreises 2021, Instagram und Facebook

 

Mit dem Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis werden jedes Jahr herausragende Bilder-, Kinder- und Jugendbücher - oder auch Sachbücher und Comics mit junger Zielgruppe - ausgezeichnet und damit die Schweizer AutorInnen und IllustratorInnen sowie ihre Verlage gewürdigt. Der Preis unterstreicht die Bedeutung einer vielfältigen und lebendigen Kinder- und Jugendliteratur für die Lesemotivation von Kindern und Jugendlichen.

Einzelwerke aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch - auch Sachbücher oder Comics mit junger Zielgruppe können ausgezeichnet werden. Die Eingabe durch die Verlage ist jeweils vom 1. Juli bis zum 30. September des Vorjahres der Preisvergabe möglich. Eine unabhängige Jury nominiert aus den eingereichten Werken fünf Titel für die Shortlist und bestimmt aus dieser die Preisträgerin oder den Preisträger. Der Hauptpreis, dotiert mit 10‘000 Franken, wird an den Solothurner Literaturtagen vergeben.

 

Das detaillierte Reglement mit den formalen Bestimmungen für die Eingabe von Werken sowie das Anmeldeformular finden Sie auf der Website des Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreises.

Anmeldefrist für den Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2022: 1. Juli bis 30. September 2022

 

Unterstützt von:
Else v. Sick Stiftung | Ursula Streit | Stiftung Temperatio

Die Geschäftsstelle des Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis wird vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM betreut, das vom Bundesamt für Kultur unterstützt wird.

Mit Dank an AVA Verlagsauslieferung AG und Bibliomedia Schweiz