Home Schweizerisches Institut für Kinder- und Jugendmedien Logo SIKJM Schweizerisches Institut für Kinder und Jugendmedien

Geschichte

Das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM ist 2002 aus dem Zusammenschluss des Schweizerischen Bundes für Jugendliteratur (SBJ) und des Schweizerischen Jugendbuch-Instituts (SJI) entstanden.

Beide Vorgängerinstitutionen haben wichtige Aufbauarbeit im Bereich Kinder- und Jugendliteratur in der Schweiz geleistet: der SBJ mehr im schulischen Bereich, das SJI vor allem auf wissenschaftlicher und kultureller Ebene.

SBJ. Der schweizerische Bund für Jugendliteratur

1954 wurde der schweizerische Bund für Jugendliteratur als Koordinationsstelle von verschiedenen kantonalen und regionalen Vereinen zur Lese- und Buchförderung im Bereich Kinder- und Jugendliteratur gegründet. Er war gleichzeitig die schweizerische Sektion des IBBY (International Board on Books for Young People).

An der Gründung beteiligt waren ausschliesslich Lehrpersonen aus der deutschen Schweiz. Einzelne hatten sich im "Schmutz- und Schundkampf" engagiert, traten aber auch vehement für die Entwicklung der Schul- und Volksbibliotheken ein, andere vertraten eher literarische Interessen. 1965 zählte der SBJ bereits 1900 Mitglieder. Das gute Buch zum Wohl der Jugend zu fördern, war das Ziel.

Bis in die 1970er Jahre hinein richteten sich die Leseförderungsaktivitäten hauptsächlich an Schulen. Mit dem Ausbau der öffentlichen Bibliotheken traten auch viele Bibliothekare und Bibliothekarinnen den Vereinen bei. Neben der vorwiegend sprachdidaktischen oder literaturpädagogischen Betrachtung von Kinderbüchern gab es nun auch ein breiteres Interesse an Tendenzen und Neuerungen in der Kinder- und Jugendliteratur.

Die jährlichen Fachtagungen zur Weiterbildung wurden zu einer wichtigen Begegnungsmöglichkeit für alle Mitglieder.

Bis in die 1980-er Jahre blieb der SBJ vorwiegend deutschsprachig orientiert. Erst 1983 bildete sich die Association romande de littérature pour l'enfance et la jeunesse (AROLE) als erste Regionalgruppe der Ligue Suisse de littérature pour la Jeunesse.

SJI. Das Schweizerische Jugendbuch-Institut

Das SJI wurde 1968 von Franz Caspar als Studien- und Dokumentationsstelle für Kinder- und Jugendliteratur gegründet, als Organ der neu gegründeten privaten Johanna Spyri-Stiftung. Ihr gehört das Johanna Spyri-Archiv, wo Leben und Werk von Spyri dokumentiert werden.

Die Gründung des SJI ist auf dem Hintergrund des damals neu erwachten wissenschaftlichen und bibliophilen Interesses für Kinder- und Jugendliteratur zu sehen, das auf historische Kinderbücher, die Entstehung der Kinderliteratur und ihre erziehungs-, sozial- und mentalitätsgeschichtliche Bedeutung fokussiert war.

Nach dem Tod von Franz Caspar 1977 übernahm Rosmarie Tschirky zusammen mit Verena Rutschmann und Rita Iseli die Existenzsicherung des Instituts. Mit einem engagierten Freundeskreis und ersten staatlichen Beiträgen gelang es, die Aufbauarbeit des SJI weiterzuführen. Bereits 1978 wurden die Aktivitäten auf die Suisse romande ausgedehnt.

Das Profil des SJI prägten:

  • der Aufbau einer Dokumentationsstelle und die bibliothekarische Erschliessung einer nationalen und internationalen Sammlung,
  • gut dokumentierte und visuell aufbereitete Themen-Ausstellungen,
  • interdisziplinäre, oft zweisprachige Studien und Tagungen für Fachleute und Studierende.

Mit dem Anwachsen der Aufgaben und ihrer Komplexität wurde die Schaffung neuer, bezahlter Stellen unumgänglich. Zudem entstand die Vision einer Zusammenlegung des SBJ und des SJI, die im Januar 2002 zur Bildung des Schweizerischen Institutes für Kinder- und Jugendmedien SIKJM führte.

Das SIKJM wächst

Seit Bestehen des SIKJM ist die Anzahl der Mitarbeitenden und der Projekte des Instituts stark gewachsen. Der Bibliotheksbestand wird kontinuierlich erweitert, das Weiterbildungsangebot wurde ausgebaut.

Zum Jahresanfang 2013 erhielt das SIKJM mit dem Umzug in die Georgengasse 6 in Zürich einen Standort, der auf drei Etagen genügend Platz für die Bibliothek und Büroräume sowie einen eigenen Kurs- und Vortragsraum bietet.