Home Schweizerisches Institut für Kinder- und Jugendmedien Logo SIKJM Schweizerisches Institut für Kinder und Jugendmedien

Nie ist ganz schön lang

Autor/in:
Marjolijn Hof 
Übersetzung:
Aus dem Niederländischen von Meike Blatnik. 
Verlag:
Bloomsbury 
Publiziert:
2011 
ISBN:
3-8270-5492-3 
Seiten:
136 S. 
Schlagwörter:
Mädchen, starke | Patchworkfamilie | Island 
Lesetipps für Lesespass 

Rezension

Die niederländische Autorin Marjolijn Hof versteht sich auf widerspenstige Mäd­chen­­seelen mit starken analytischen Fähigkeiten, was ihr soziales Umfeld angeht. Auch Meta, Ich-Erzählerin im Ro­man «Nie ist ganz schön lang», ist eins dieser Mädchen: «Meine Mutter passte nicht so gut zu jemand anderem. Auch wenn sie es noch so oft versuchte», hält sie fest.
Als wieder einmal ein neuer Freund namens Bjarni Einar Steinarsson am Tisch sitzt und dann schon bald über Nacht bleibt, ist Meta deshalb skeptisch. Auch vom gemeinsamen Urlaub in Island, wo Bjar­ni herkommt, verspricht sie sich nicht besonders viel. Doch dann gefallen ihr die leeren Landschaften, die schwarzen Glet­scher und schlafenden Vulkane. Und ihr ge­fallen die Geschichten, die isländischen Sagas, die Bjarni erzählt. Während sie Bjarni und Island tastend, zögernd zu mö­gen beginnt, wird die Luft zwischen den Erwachsenen immer dicker. Bald wird klar, dass Bjarni nicht der Richtige ist für Metas Mutter – sie möchte das Projekt Aben­teuerurlaub abbrechen.
Marjolijn Hof untersucht das Liebesle­ben einer Single-Mutter radikal aus der Perspektive der Tochter. Nicht, dass Meta unbedingt einen Mann im Haus bräuchte, sie kennt schliesslich nur ein Leben ohne Vater. Doch jetzt, in der Pubertät, wo Meta einen scharfen Blick für die Eigenheiten und Schwächen der Mutter entwickelt, tut es ihr gut, mit einem coolen und tiefsin­nigen Naturburschen wie Bjarni durch die Vulkanlandschaften zu wandern und Geschichten von wilden Männern zuzu­hö­ren, von Grettir zum Beispiel, dem stärk­­s­ten Mann Islands. Dank Bjarni und Grettir hat Meta am Ende gelernt, wie man eine Geschichte erzählt – und ein wenig auch, dass die Mutter ebenfalls ihre Ge­schich­­te hat; eine Geschichte, die sie selbst nicht versteht.
Christine Lötscher
Buch&Maus Heft 3/2011, S. 28

Lesetipps für Lesespass

Die Thematik Patchworkfamilie dürfte vielen Leserinnen und Lesern aus ihrem eigenen Umfeld vertraut sein. Die Protagonistin Meta, die ein feines Gespür für die Stimmungen der Menschen in ihrer Umgebung hat, verfügt über hohes Identifikationspotential.
Die direkte Sprache und die konsequent verfolgte Perspektive von Meta, die mit ihrer Situation unzufrieden ist, ziehen einen rasch in die realitätsnahe Geschichte hinein. Die isländische Landschaft bildet in ihrer rauen Schönheit die stimmige Kulisse für diesen Roman, der eine gelungene Mischung aus Familiengeschichte und Abenteuerreise ist.
Das Buch enthält ein Glossar mit isländischen Wörtern, auf dem Online-Portal „Antolin“ können im Anschluss an die Lektüre Quizfragen beantwortet werden.

Klassenstufen: 7,8,9,10

"Lesetipps für Lesespass" versammelt Lektüre-Empfehlungen des SIKJM für leseungeübte SchülerInnen ab dem Ende der Unterstufe.

5 Einträge << 1 - 5 >>

Sortiert nach: