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Die Schwalbenchristine

Autor/in:
Fred Rodrian | Werner Klemke (Illustration) 
Übersetzung:
 
Verlag:
Der Kinderbuch Verlag 
Publiziert:
2008 
ISBN:
3-358-03066-0 
Seiten:
36 S. 
Schlagwörter:
Freundschaft | Mädchen, starke | Zivilcourage | Vögel | Tierschutz 

Rezension

„Es wohnen doch junge Schwalben in der Ruinenwand. Wenn ihr die Ruine sprengt, müssen sie sterben.“ Mit diesem Schrei des Entsetzens ist die explosive Dramatik in diesem Klassiker richtig lanciert. Und sie steigert sich weiter, als der kleine Bobby, der die Sprengarbeiten ins Stocken gebracht hat, die etwas grössere Christine von ihren Strafschularbeiten wegholt und sie zusammen alles unternehmen, um die Schwalben zu retten. Aber die Feuerwehr ist schon mit allen Spritzwagen zu Bränden unterwegs, die Greifschaufel des Baukrans ist nicht filigran genug … Die Zeit bis zum letztmöglichen Sprengtermin verrinnt unaufhörlich. Zusammen mit Bobbys Opa und dem jungen Bauarbeiter Willi schaffen es Bobby und Christine dann doch, einen Hubschrauber zu mobilisieren. Der Opa holt über eine Strickleiter das Nest ein und bringt die Vögel zu den Tierparkärzten. Jetzt kann gesprengt werden. Und Christine wird künftig bei ihren Spaziergängen im Park von Schwalben umflogen.
Es klingt ein wenig nach Utopie, dass drei Generationen in Zusammenarbeit mit der Bauleitung und der Armee ein Schwalbennest bergen. Aber wichtiger ist der ganz reale Ansatz, dass jede und jeder von uns helfen kann, die Umwelt zu schützen. So hat dieses so spannende wie liebevoll gemachte Buch schon Generationen ein eindrückliches Vorbild angeboten. Die Neuausgabe erinnert aber auch an die herausragende Bilderbuchkunst der DDR. Ein wehmütiges Gefühl angesichts der heutigen Menge von belanglosen Büchern.
Bruno Blume

Ein Buchtipp aus "weiterfliegen. Empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher", einem 2008 abgeschlossenen Projekt der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich und des SIKJM. Die rezensierten Bücher zeichnen ein differenziertes Geschlechterbild und zeigen Mädchen und Buben frei von Rollenklischees.

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