Titel

AutorIn, IllustratorIn

Schlagwort

Erscheinungsjahr

Medium

Gattung

Kooperation

 

 

Bitte geben Sie im Formular die gewünschten Suchbegriffe ein und klicken anschliessend auf 'Suchen'.

Sie können auch nur eines der Felder ausfüllen.
Druckversion

Auf der Schwelle zum Glück. Die Lebensgeschichte des Franz Kafka

 

Autor/in: Alois Prinz
Übersetzung:  
Verlag:   Beltz & Gelberg
Publiziert:     2005
Preis:   Fr. 36.-
ISBN:   3-407-80953-0
Seiten:   392 S.

Schlagwörter:   Biografie | Literatur | Schreiben

Rezension
“Wer heute ein Buch von Franz Kafka zur Hand nimmt, weiss, dass er es mit Weltliteratur zu tun hat. Mehr noch: Man muss das Buch nicht einmal selbst lesen, um zu wissen, dass Kafka grosse Literatur ist. Aber was ist das für ein Wissen? Es verlässt sich grösstenteils auf ein Urteil, das sich über die Jahre verfestigt und Kafka zum klassischen Autor erklärt hat.” Alois Prinz, bekannt für einfühlsame Biografien nimmt das erstarrte Kafka-Bild als Ausgangspunkt, um den schreibenden Versicherungsangestellten aus Prag freizuschreiben von allen Lesarten und Interpretationen, die den Blick verstellen und den Zugang zu seinem Werk so kompliziert machen wie K.s Versuche, das Innere des Schlosses zu betreten – im gleichnamigen Roman “Das Schloss”.
Prinz findet eine klare und schöne Sprache, in der er Kafkas Geschichte erzählt, als ob es das erste Mal wäre. Was Kafka zum Beispiel das Schreiben be-deutet, formuliert er so: “Es lässt sich für ihn nicht von seinem Leben trennen. Im Schreiben kommt er wirklich zu sich. Schreiben heisst Leben. Und Leben entscheidet sich daran, wie es gelingt, die Träume und Bilder seines Innenlebens ans Licht zu holen und in sein Tagleben mit hineinzunehmen.”
Die Biografien von Alois Prinz werden den Ansprüchen junger LeserInnen auf sehr differenzierte Weise gerecht: Was sie brauchen, ist kein cool aufgepeppter Kafka, sondern einer, den jede LeserIn für sich selbst entdecken kann. Prinz biedert sich niemals mit dem an, was Erwachsene unter jugendlichem Ton verstehen, sondern er steht zur poetischen Kraft der Sprache, auch in seinem eigenen Schreiben. Das wiederum ist so universell, dass auch Erwachsene von der Lektüre dieses Kafka-Buches mehr haben als von manch einer gelehrten Abhandlung.
CHRISTINE LÖTSCHER