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Anna Maria Sofia und der kleine Wim

 

Autor/in: Edward van de Vendel | Ingrid Godon (Illustration)
Übersetzung:   Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf.
Verlag:   Carlsen
Publiziert:     2006
Preis:   Fr. 23.60
ISBN:   3-551-51655-3
Seiten:  

Schlagwörter:   Trauer und Neubeginn | Lebensentwürfe | Anderssein | Jungen, sensible

Rezension
Edward van de Vendel ist eine der neuen ganz grossen Stimmen der Kinder- und Jugendliteratur. Er schreibt Jugend-, Kinder- und Bilderbücher und alle kehren so subtil das Verborgene hervor, erzählen von Outings, Verdrängtem und Verlorenem. Hier fängt alles mit einem harmlos harmonischen Spaziergang von Oma und Enkel an. Anna Maria Sofia ist mit Wim unterwegs und langsam bemerken grosse wie kleine LeserInnen, dass etwas nicht stimmt. Die Oma versteht nicht, was sie sieht. Wim muss ihr erklären, was kickende Jungs sind, was ein küssendes Liebespaar ist, was eine schwangere Frau. Erst am Ende lässt sich kombinieren, dass Anna Maria Sofia keine Oma ist, sondern vor Jahren ihr Kind verloren hat und seither in ihrer eigenen Welt gefangen ist. Es ist Wim, der die alte Frau führt, offensichtliche jeden Tag mit ihr spazieren geht.
Leider sind die Illustrationen matschig und dumpf in den Farben, sowie – durch den Versuch, die Isolierung Anna Maria Sofias bildlich durch Rahmen festzuhalten – unübersichtlich gestaltet. Trotzdem ist „Anna Maria Sofia und der kleine Wim“ ein berührendes und wichtiges Bilderbuch, mit einem sehr selten aufgegriffenen Thema.
Bruno Blume


Ein Buchtipp aus "weiterfliegen. Empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher", einem Projekt der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich (ehemals Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Zürich) und des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM).