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Alva Kuddelmuddel

 

Autor/in: Johanna Nilsson
Übersetzung:   Aus dem Schwedischen von Brigitta Kicherer
Verlag:   Oetinger
Publiziert:     2005
Preis:   Fr. 15.80
ISBN:   3-7891-4324-3
Seiten:   128 S.

Schlagwörter:   Mädchen, kluge | Patchworkfamilie | Scheidung

Rezension
Mit anspruchsvollen Jugendbüchern über Heranwachsende auf der Suche nach sich selbst (“… und raus bist du”, 1998, “Lügennetz”, 2002) ist Johanna Nilsson im deutschsprachigen Raum bekannt geworden. Mit “Alva Kuddelmuddel” legt die junge Schwedin nun ihr erstes Kinderbuch vor.
Alva ist acht. Seit ihre Eltern geschieden sind, leben sie und ihr vier Jahre älterer Bruder Thomas mal bei der Mutter, mal beim Vater. Beide leiden unter der Situation. Und obwohl die Mutter schon seit Jahren mit einem neuen Partner zusammenwohnt und ein Kind mit ihm hat, wünscht Alva sich nichts mehr, als “dass Papa sich wieder in Mama verliebt”. Auch wenn sie genau weiss, “dass daraus nie etwas werden kann ... Aber sie will es nicht wissen. Sie will, dass es sich ändern kann.”
Einfühlend und witzig erzählt Johanna Nilsson aus dem komplizierten Alltag von Scheidungskindern und dem Leben in Patchwork-Familien. “Erst hierher ziehen und dann zu Papa ziehen und dann wimmelt es überall von anderen Kindern, von Halbgeschwistern, neuen Geschwistern und echten Geschwistern und dann gibts da einen neuen Papa und garantiert wird Papa sich demnächst eine neue Mama für uns zulegen …” Mit der pfiffigen Alva stellt sie eine Heldin in den Mittelpunkt, die ihre Gefühle und Gedanken eingängig beschreiben und verdammt direkt fragen kann. Schade nur, dass der Erzählton manchmal arg ins Verständnisheischende kippt. Und dass das Ende mit der neuen (Traum-)Partnerin für Papa und Alvas Hoffnung – “dass aus der Familie Kuddelmuddel doch noch Familie Richtig wird. Irgendwie” – doch ein bisschen zu rosarot ausfällt.
Andrea Duphorn