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bad girls - stories

 

Autor/in: Joyce Carol Oates
Übersetzung:   Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann.
Verlag:   dtv
Publiziert:     2004
Preis:   CHF 15.20
ISBN:   3-423-62187-7
Seiten:   269 S.

Schlagwörter:   Erwachsenwerden | Identität | Selbstbewusstsein

Rezension
Mit ihrem Buch „Gute Mädchen kommen in den Himmel – böse überall hin. Warum Bravsein uns nicht weiterbringt“ hat Ute Ehrhart 1994 für ziemlichen Wirbel gesorgt. Fast zwei Millionen Mal wurde ihr Leitfaden zu einem erfüllten, selbstbestimmten Frauenleben verkauft – und hat eine wahre Flut ähnlicher Titel ausgelöst. Joyce Carol Oates hat ihr zweites Jugendbuch allen „bad girls“ gewidmet. Es vereint zehn „Stories“ der preisgekrönten US-amerikanischen Autorin; Erzählungen um junge Frauen, die zwischen Kindheit und Erwachsensein stehen, voller Lebenshunger und Fantasien, und um ein eigenes Leben jenseits von vorgegebenen Rollen kämpfen. So vermischen sich in den einmal aus der Ich-Perspektive, dann wieder auktorial erzählten Geschichten zuweilen auch kindliche Fantasie und gegenwärtige Realität. Wie in der Erzählung „Der himmelblaue Ball“, in der sich die Protagonistin daran erinnert, wie ihr als 14-Jährige von der anderen Seite einer Backsteinmauer plötzlich „ein sphärisches Objekt“ entgegen geflogen kam – ein himmelblauer Ball – und sich in der Folge ein munteres „Ball über die Mauer“-Spiel entwickelte. Oder die Geschichte, die von Claire handelt, die bei einem Bummel durch die Stadt in ihrem eigenen Spiegelbild plötzlich das Gesicht ihrer toten Grossmutter erkennt und einer ganz besonderen Nacht ihrer Kindheit nachspürt.
Ein Buch für Vielleserinnen. Junge Frauen und Mädchen, die sich von anspruchsvollen Texten nicht schrecken lassen und Anregungen zur Auseinandersetzung suchen. Mit dem Leben literarischer Figuren oder dem eigenen.
Andrea Duphorn


Ein Buchtipp aus "weiterfliegen. Empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher", einem Projekt der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich (ehemals Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Zürich) und des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM).