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Bartimäus - Das Amulett von Samarkand

 

Autor/in: Jonathan Stroud
Übersetzung:   Aus dem Englischen von Katharina Orgass u. Gerald Jung.
Verlag:   Bertelsmann
Publiziert:     2004
Preis:   CHF 33.40
ISBN:   3-570-12775-3
Seiten:   540 S.

Schlagwörter:   Witz | Abenteuer | Fantasy

Rezension
Als Nathanael mit Bartimäus seinen ersten Dämon beschwört, hat er zunächst nur vor, seinem Meister einen Streich zu spielen. Der Dschinn soll einem Zauberer das sagenumwobene Amulett von Samarkand stehlen und es im Zimmer von Nathanaels Lehrmeister verstecken. Weder der Junge noch Bartimäus können ahnen, wie wertvoll das magische Artefakt ist – und dass sie mit ihrem “Streich” den mächtigsten Magiern des Landes empfindlich in die Quere kommen. Eine Kettenreaktion mit tödlichen Folgen wird in Gang gesetzt – und es bleibt lange ungewiss, ob das ungleiche Duo die Geschehnisse aufhalten kann.
Was hier klingt wie ein weiteres Werk immer gleicher Fantasy, mit dem ewigen Kampf von Gut und Böse, ist in Wahrheit ein vielschichtiger Roman von exzellenter literarischer Qualität. Zum einen wechselt die Erzählperspektive, je nachdem ob Nathanael oder Bartimäus im Zentrum des Geschehens stehen, und – was das Buch zu einem richtigen Lesevergnügen macht – mit dem Perspektivenwechsel ändert sich auch der Tonfall. So wird in der personalen Erzählweise deutlich, wie unsicher Nathanael sich zunächst fühlt, wie wenig er weiss, wohin er eigentlich gehört. Die Ich-Erzählung hingegen präsentiert Bartimäus als gewitzten, scharfzüngigen Dschinn, der nicht nur innerhalb der Romanwelt über alles Bescheid weiss, sondern sich darüber hinaus auch seiner LeserInnenschaft sehr wohl bewusst ist, die er in zynischen Fussnoten immer wieder direkt anspricht.
Ein wunderbarer Schmöker, der die LeserInnen in ein alternatives London entführt – und ein spannender Auftakt zu einer etwas anderen Fantasy-Trilogie.
Maren Bonacker