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Asphalt Tribe

 

Autor/in: Morton Rhue
Übersetzung:   Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz.
Verlag:   Ravensburger Buchverlag
Publiziert:     2004
Preis:   CHF 20.90
ISBN:   3-4733-5246-2
Seiten:   215 S.

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Rezension
Sie nennen sich “Asphalt Tribe”. Acht Jugendliche aus New York, die zwischen 14 und 24 Jahren alt sind, haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam die Schwierigkeiten und Gefahren eines vermeintlich freien Lebens auf der Strasse zu meistern. Rainbow hängt an der Nadel, 2Moro und Jewel verkaufen ihren Körper, verbringen die kalten Nächte beim Clubbing, und Maggot träumt von Anarchie. Mit dabei ist auch OG, der kränkliche Altjugendliche, sein Hund Pest, die erst vierzehnjährige Ausreisserin Tears und die Berichterstatterin Maybe. Diese erzählt bildhaft und ansprechend vom mühseligen Alltag – von Essensbeschaffung, Übernachtungsschwierigkeiten und Sauberkeitsaktionen in öffentlichen Waschräumen – von Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt, aber auch von Spannungen unter den Mitgliedern des Tribes, vom Rausch der Freiheit und der Unfähigkeit, Hilfsangebote anzunehmen. Sie kommt zur ernüchternden Erkenntnis, dass ein Überleben auf der Strasse auf die Dauer nicht möglich ist. Mit jedem kurzen, in die Kapitel eingestreuten Polizeibericht verschwindet ein weiteres Mitglied durch Mord, Erschöpfung, Alkoholvergiftung oder Rückkehr zur Familie. Maybe beobachtet genau und reflektiert – so gelingt es ihr schliesslich, das Angebot des Jugendamtes zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft anzunehmen.
Im Nachwort schlägt Markus Seidel die Brücke zu deutschen Verhältnissen. Die Erfahrungen von Fachpersonen und die fiktive Schilderung bieten der angesprochenen Zielgruppe ein gutes, recht realistisches und umfassendes Bild über das Leben von obdachlosen Jugendlichen in Grossstädten Europas und der USA.
Beatrix Ochsenbein